Photo by Markus Winkler on Unsplash
SPD präsentiert Erbschaftsteuerreform gegen soziale Ungerechtigkeit bei Vermögenswerten
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) hat umfassende Vorschläge zur Reform der Erbschaftsteuer vorgelegt. Sie kritisiert das derzeitige System als sozial ungerecht, insbesondere da sehr vermögende Personen vergleichsweise geringe Steuersätze zahlen. Ziel ist es, die Besteuerung großer Erbschaften zu erhöhen und kleinere Vermögenswerte zu entlasten. Vorgeschlagen wird die Abschaffung bestimmter Ausnahmen, vor allem jene, die Unternehmensnachfolge begünstigen und als steuerliche Schlupflöcher gelten. Zudem plant die SPD einen lebenslangen Freibetrag für private Erben, während Ausnahmen für Betriebsübergaben entfallen sollen, um eine gerechte Lastenverteilung zu gewährleisten.
Union und Wirtschaftsverbände kritisieren SPD-Pläne als wirtschaftspolitisch problematisch
Die konservative CDU/CSU und verschiedene Wirtschaftsverbände lehnen die SPD-Reform scharf ab. Sie argumentieren, dass Steuererhöhungen bei großen Erbschaften negative Signale an Investoren und Unternehmer senden könnten, was Jobs und Wirtschaftswachstum, speziell im deutschen Mittelstand, beeinträchtige. Die CSU betont die Ablehnung höherer Steuersätze, fordert jedoch Reformen bei den Steuererleichterungen für Unternehmensnachfolgen, um Schlupflöcher zu schließen ohne die Belastung zu erhöhen. Vertreter großer Branchen wie Chemie und Automobil warnen, dass höhere Steuern Familienunternehmen gefährden und regionale Wirtschaftskraft schwächen könnten. Die Union plädiert für die Abschaffung der aktuellen Bedürftigkeitsprüfung, befürchtet jedoch, dass der SPD-Entwurf neue Belastungen schafft statt wirtschaftliche Stabilität zu fördern.
Relevanz für Expats und ausländische Residenten in Deutschland
Für Expatriates, internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer in Deutschland könnten Änderungen der Erbschaftsteuer weitreichende praktische Auswirkungen haben. Personen mit Immobilien oder Vermögen in Deutschland beziehungsweise Erbberechtigte sollten auf mögliche Anpassungen der Steuerpflicht achten, vor allem bei bedeutenden Nachlässen. Aktuell erlaubt die Gesetzeslage bestimmte Freibeträge, etwa für die steuerfreie Übertragung von Familienhäusern, sofern der Erbe mindestens zehn Jahre darin wohnt und die Wohnfläche 200 Quadratmeter nicht übersteigt. Sollte die SPD-Reform umgesetzt werden, könnten diese Regelungen verschärft oder gestrichen werden, was zu höheren Kosten für Erben führen kann. Es ist entscheidend, Fristen und geänderte Vorschriften aktiv zu verfolgen. Insbesondere Grunderwerb mit grenzüberschreitenden Aspekten erfordert fundierte Beratung, da Erbschaftsrecht international komplex ist. Die Debatte unterstreicht die Bedeutung einer vorausschauenden Nachlassplanung und der Hinzuziehung steuerlicher Experten zur effektiven Bewältigung potenzieller Änderungen.
Weiterführende Informationen stellen die Tagesschau bereit: Union kritisiert SPD-Vorschläge für neue Erbschaftsteuer.





