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Echter Kraftstoffverbrauch von Plug-in-Hybriden übertrifft offizielle Angaben
Plug-in-Hybridfahrzeuge, die oft als sparsam beworben werden, verbrauchen in der Praxis viel mehr Kraftstoff als von den Herstellern angegeben. Einer Studie, die vom deutschen Sender SWR geprüft wurde, zufolge liegt der durchschnittliche Verbrauch von über einer Million Plug-in-Hybriden bei fast sechs Litern pro 100 Kilometern. Das entspricht etwa 300 Prozent mehr als die offiziellen EU-Verbrauchswerte, die meist zwischen ein und zwei Litern liegen. Diese Differenz wirft Fragen zum Umweltnutzen und zur Einhaltung von Vorschriften auf [Quelle 1].
Die Studie zeigt, dass deutsche Marken, besonders Porsche, zu den Fahrzeugen mit dem höchsten Verbrauch zählen. Der Unterschied zwischen offiziellen und realen Werten liegt wahrscheinlich an der geringen elektrischen Reichweite vieler Modelle und der häufigen Nutzung des Verbrennungsmotors im Alltag, besonders bei schnellem Fahren oder Steigungen [Quelle 1].
Auswirkungen auf Emissionsvorschriften und Verbraucherverständnis
Die ungenauen offiziellen Verbrauchsdaten haben es den Herstellern ermöglicht, EU-Ziele für Flotten-CO2 einzuhalten, die die Treibhausgasemissionen senken sollen. Umweltforscher fordern jedoch, die Vorschriften an reale Fahrdaten anzupassen statt an Laborergebnisse und plädieren für die Nutzung echter Emissionswerte zur Bewertung. Der Hauptforscher der Studie betonte, dass die Datenerfassung bereit sei, reale Fahr-Emissionswerte für Regulierung zu nutzen, und nicht-konforme Hersteller Strafen drohen könnten [Quelle 1]. Die EU-Kommission, zuständig für CO2-Standards, hat bislang keine öffentliche Stellungnahme abgegeben [Quelle 1].
Weitere Untersuchungen bestätigen, dass Plug-in-Hybriden meist zwei- bis viermal mehr Kraftstoff verbrauchen als offiziell angegeben. Ein wichtiger Faktor ist der sogenannte „Utility Factor“, der zeigt, wie oft hauptsächlich elektrisch gefahren wird. Viele Fahrer nutzen den Elektromodus nicht oft genug, was die Einsparungen mindert und den realen Verbrauch erhöht [Quelle 6]. Services zur Analyse von EU-Emissionsdaten zeigen außerdem, dass mit größer werdenden Batterien die Gesamtkraftstoffmenge im Verbrennerbetrieb steigt, was Umwelteffekte wieder reduzieren kann [Quelle 8].
Auswirkungen für Expats und internationale Bewohner in Deutschland
Für Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer in Deutschland bedeuten die höheren realen Verbrauchswerte mehr Belastung für Geldbeutel und Umweltverantwortung. Viele entscheiden sich bewusst für Plug-in-Hybride, um Kraftstoffkosten zu sparen und niedrigere Emissionssteuern zu nutzen. Der höhere Verbrauch kann jedoch zu höheren Ausgaben und CO2-basierten Fahrzeugsteuern oder -strafen führen. Auch Dienstwagennutzer können mit höheren Steuern rechnen, wenn die realen Emissionen von den offiziellen Angaben stark abweichen.
Wer in Deutschland einen Plug-in-Hybrid kaufen oder leasen möchte, sollte die echte Kraftstoffeffizienz genau prüfen, da offizielle Werte oft zu niedrig sind. Es empfiehlt sich, über aktuelle Gesetzesänderungen informiert zu bleiben, weil die EU strengere Emissionsmessungen und Sanktionen für Hersteller durchsetzen könnte. So können ausländische Bewohner kostengünstigere und umweltbewusstere Entscheidungen treffen [Quelle 1].
Weiterführende Informationen bietet die Originalstudie hier: Tagesschau SWR Studie zum Plug-in-Hybrid-Verbrauch [Quelle 1].