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Neues Gesetz führt verpflichtendes Ernährungsscreening ein
Ab 2027 müssen Krankenhäuser in ganz Deutschland bei allen Patienten eine verpflichtende Ernährungskontrolle durchführen. Diese Maßnahme soll Unterernährung bei der Aufnahme erkennen und gezielte Behandlungen ermöglichen. Der Bundestag hat das Krankenhausreform-Anpassungsgesetz (KHAG) verabschiedet, das den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beauftragt, verbindliche Qualitätsstandards für das Screening und die Behandlung von Unterernährung im stationären Bereich zu entwickeln. Diese Regelung ist ein wichtiger Schritt, um Unterernährung als entscheidenden Faktor für den Behandlungserfolg in Krankenhäusern besser zu berücksichtigen [Quelle 3][Quelle 4].
Ausmaß und Häufigkeit von Unterernährung bei Krankenhauspatienten
Unterernährung ist ein ernstes und oft unterschätztes Problem in deutschen Krankenhäusern. Bis zu 25 Prozent der Patienten zeigen bei der Aufnahme Anzeichen von Unterernährung. Besonders ältere Patienten sind gefährdet, jährlich gibt es viele vermeidbare Todesfälle durch Folgeprobleme der Unterernährung. Studien schätzen, dass mindestens 50.000 Todesfälle pro Jahr in Deutschland durch frühzeitige Erkennung und Behandlung verhindert werden könnten. Unterernährte Patienten haben längere Krankenhausaufenthalte, langsamere Genesung und ein höheres Risiko für Infektionen und weitere Komplikationen [Quelle 1][Ursprungsartikel][Quelle 6].
Auswirkungen auf Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitskräfte
Für Expats und andere internationale Patienten, die in Deutschland im Krankenhaus behandelt werden, bedeutet das verpflichtende Ernährungsscreening eine Verbesserung der Pflege durch umfassende Einschätzungen des Ernährungszustands. Frühzeitige Erkennung erlaubt es Krankenhäusern, Behandlungsmaßnahmen anzupassen, was die Genesungszeit verkürzen und Komplikationen reduzieren kann. Die Regelung betont auch, wie wichtig es ist, bei der Aufnahme über Ernährungsbedürfnisse und -einschränkungen zu informieren. Zudem hebt sie das Recht der Patienten hervor, während des Krankenhausaufenthalts angemessene Ernährung zu bekommen, unabhängig von Nationalität oder Sprache [Ursprungsartikel][Quelle 5].
Umsetzung und praktische Aspekte
Die neue Gesetzgebung verlangt, dass Krankenhäuser qualifiziertes Personal beschäftigen, das Screenings zuverlässig durchführt und individuelle Ernährungspläne entwickelt. Dabei sollen etablierte Screening-Methoden wie standardisierte Fragebögen bei der Aufnahme genutzt werden, um Risikofaktoren für Unterernährung zu erkennen. Auch wenn eine umfassende Ernährungspflege höhere Betriebskosten verursacht, wird erwartet, dass sie die Gesamtkosten im Gesundheitswesen senkt, da sie Therapiekomplikationen verringert und die Aufenthaltsdauer verkürzt. Allerdings arbeiten viele Krankenhäuser mit begrenztem Budget für Patientenverpflegung und geben manchmal weniger als sechs Euro pro Tag und Patient für das Essen aus – ein Problem für die Qualität der klinischen Ernährung [Quelle 1][Quelle 3][Quelle 5].
Expats und andere Patienten sollten wissen, dass diese Standards ab 2027 verpflichtend sind und eine bessere Ernährungspflege im Krankenhaus gewährleisten. Patienten wird empfohlen, medizinisches Personal aktiv über Essgewohnheiten, Allergien oder kulturelle Essenswünsche beim Krankenhausaufenthalt zu informieren.
Weitere Informationen zum verpflichtenden Ernährungsscreening und zum Thema Unterernährung in deutschen Krankenhäusern finden Sie im Originalbericht unter tagesschau.de [Ursprungsartikel].