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Neue Wettbewerber im deutschen Fernverkehr
Ab 2028 dürfen in Deutschland neben der Deutschen Bahn (DB) auch andere Anbieter wie die private italienische Firma Italo Langstreckenzüge betreiben. Italo brachte viel Dynamik in den italienischen Fernverkehr und könnte nun den deutschen Markt beleben. Reisende profitieren dadurch von mehr Auswahl und Konkurrenz. Allerdings sind diese Vorteile nicht auf allen Strecken gleich, was man aus Italiens Erfahrung mit der Öffnung des Marktes kennt [Quelle 1].
Aktuelle Situation und Herausforderungen im Fernverkehr
Der Fernverkehr in Deutschland ist bisher wenig wettbewerbsintensiv, DB hat fast eine Monopolstellung. Anbieter wie Flixtrain und Eurostar bedienen nur einzelne Strecken und haben geringe Marktanteile. Flixtrain investiert aktuell bis zu 2,4 Milliarden Euro in neue schnelle Talgo-Züge (230 km/h), um speziell den deutschen Markt zu bedienen und damit die über 400 ICE-Züge der DB herauszufordern [Quelle 7, Quelle 5].
Trotz dieser Investitionen bestehen viele strukturelle Probleme. Der Betrieb von Fernzügen ist teuer, insbesondere wegen der in Europa höchsten Stromsteuer sowie der verpflichtenden Schienen-Maut, von der Busse und Flugzeuge meist ausgenommen sind. Diese ungerechte Kostenverteilung erschwert es neuen Anbietern, deutlich günstigere Preise anzubieten [Quelle 3].
Darüber hinaus erschweren zerklüftete Infrastruktur und komplexe Regulierungen die Konkurrenz. Die aktuelle Diskussion umfasst Pläne, die DB in eine Netzfirma und mehrere Betreiber aufzuteilen, um Wettbewerb zu fördern. Diese Idee wird kontrovers diskutiert, weil es Bedenken zur Netzpflege und Koordination gibt [Quelle 4].
Folgen für Ausländer und internationale Reisende in Deutschland
Der Einstieg neuer Anbieter wie Italo in den deutschen Fernverkehr betrifft Ausländer, Studierende und Arbeitnehmer, die oft auf schnelle Verbindungen innerhalb Deutschlands und ins Ausland angewiesen sind. Mehr Wettbewerb könnte bessere Service-Angebote und günstigere Tickets bringen, was besonders für Reisende mit kleinem Budget wichtig ist.
Allerdings werden nicht alle Strecken sofort profitieren. Neue Anbieter konzentrieren sich zunächst auf stark genutzte Korridore. Fahrgäste sollten ab 2028 gut informieren, die Pressemitteilungen von DB und Wettbewerbern verfolgen und Newsletter abonnieren, um Frühbucherangebote nutzen zu können [Quelle 1], [Quelle 5].
Außerdem kann es zu Änderungen bei Ticketkauf, Passagierrechten und Entschädigungen kommen. Ausländer müssen sich daher auf unterschiedliche Tarifbedingungen und Kundenservice bei neuen Anbietern einstellen, die sich vom etablierten DB-System unterscheiden [Quelle 3].
Ausblick auf Regulierung und Marktentwicklung
Das Bundesverkehrsministerium unterstützt mehr Wettbewerb im Fernverkehr als Teil einer europäischen Strategie, Marktzutrittsbarrieren für Eisenbahnunternehmen abzubauen. Parallel laufen Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Senkung der Schienengebühren, um fairere Wettbewerbsbedingungen zu schaffen [Quelle 6].
Italiens Staatsbahn FS und der private Konkurrent Italo prüfen und planen bereits den Einstieg in den deutschen Markt, was grenzüberschreitende Zugverbindungen ausbauen und die europäische Schienenanbindung stärken könnte [Quelle 6].
Für in Deutschland lebende und arbeitende Menschen bedeutet dies, dass sich die Mobilitätsoptionen künftig erweitern, jedoch auch eine genauere Beobachtung der neuen Regulierungen und Angebote nötig ist.
Den Originalartikel auf Deutsch finden Sie unter tagesschau.de [Quelle 1].