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Neue Regelungen zur Krankschreibung zielen auf Reduzierung von Fehlzeiten in Deutschland
Die deutsche Bundesregierung hat eine weitreichende Reform der Krankschreibungsmodalitäten beschlossen, um der besorgniserregend hohen Fehlzeitenquote entgegenzuwirken. Zentraler Punkt ist die Abschaffung der telefonischen Krankschreibungen; künftig wird eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag unverzichtbar. Bislang war eine solche Bescheinigung erst ab dem vierten Tag erforderlich. Die Politik verspricht sich von dieser Maßnahme eine Stärkung der Wirtschaft durch die Vermeidung mutmaßlich nicht ehrlicher Krankmeldungen und eine verbesserte Anwesenheitsquote.
Jens Spahn, Vorsitzender der Unionsfraktion, charakterisierte die Reform als Rückkehr zum Prä-Pandemie-Standard und adressierte Arbeitnehmer, die „am Bett sitzen und abwägen, ob sie zur Arbeit gehen“. Die Koalition sieht in den verschärften Vorgaben ein Instrument zur Eindämmung solcher Grenzfälle und zur Senkung der erheblichen Fehlzeitenquote in Deutschland. Gleichzeitig äußerten Fachärzte, Krankenkassen und Teile der SPD Zweifel an der Effizienz und Umsetzbarkeit der Reform [Quelle 1].
Reformdetails und Kritik an den neuen Krankmelderegelungen
Die Novelle sieht vor, dass Arbeitnehmer unverzüglich am ersten Krankheitstag einen Arzt aufsuchen müssen, um eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erlangen. Die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung führt zu prognostizierten längeren Wartezeiten in Arztpraxen, was Patientensprecher und medizinische Leistungserbringer alarmiert. Die erhöhte Nachfrage dürfte vor allem in urbanen Ballungsräumen mit hoher Beschäftigtenzahl die termingerechte medizinische Versorgung erschweren [Quelle 3].
Während die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD die Maßnahmen als notwendigen Schritt zur Minderung wirtschaftlicher Schäden durch Ausfallzeiten darstellen, zweifeln Kritiker aus dem Gesundheitssektor daran, ob die Beschränkungen tatsächlich die Fehlzeiten bezähmen oder stattdessen die Belastung für Patienten und Ärzte lediglich erhöhen. Auch innerhalb der SPD und bei Gesundheitsversicherern bestehen Vorbehalte gegenüber der Verpflichtung, bei jeder kurzen Erkrankung einen Arzt aufzusuchen [Quelle 1][Quelle 2].
Auswirkungen der neuen Krankschreiberegeln auf Expats und internationale Arbeitskräfte
Für Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer in Deutschland bedeutet die Gesetzesänderung, dass jede krankheitsbedingte Abwesenheit ab dem ersten Tag eine ärztliche Bescheinigung verlangt. Dies könnte die medizinischen Konsultationskosten erhöhen und erfordert ein umfassenderes Verständnis der stark regional und versicherungsabhängig organisierten deutschen Gesundheitsinfrastruktur.
Da telefonische Krankmeldungen nicht mehr zulässig sind, drohen längere Wartezeiten bei Arztbesuchen, was die Einhaltung von Arbeitgeberschutzrichtlinien erschweren kann. Personen, die mit deutschen bürokratischen Abläufen weniger vertraut sind, müssen darum besonders darauf achten, ein gültiges Arbeitsunfähigkeitszeugnis schnell einzuholen, um Probleme mit Arbeitgebern oder Versicherern zu vermeiden. Expats sollten zudem ihre Krankenversicherungspolicen prüfen und klären, ob Telemedizin weiterhin für andere medizinische Anliegen verfügbar bleibt, auch wenn sie für Krankschreibungen ausgeschlossen ist [Quelle 3][Quelle 6].
Die offiziellen Bekanntmachungen und Einzelheiten zu diesen Regelungen wurden am 2. Juli 2026 erstmals von der Tagesschau und weiteren deutschen Medien veröffentlicht, eingebettet in ein umfassenderes Reformpaket mit Steuer-, Renten- und Arbeitsmarktbestimmungen [Quelle 1].
Weiterführende Informationen bietet der Originalbericht auf Tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/krankschreibung-reformen-koalition-100.html