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Krankenkassen zahlen für Long-Covid-Medikamente ohne Zulassung
In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen jetzt die Kosten für vier Medikamente, die Ärzte bei Long Covid verschreiben. Früher bezahlten Patienten diese oft selbst. Die Medikamente helfen bei anhaltender Müdigkeit und Problemen mit dem Denken. Die Entscheidung kam, weil der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Off-Label-Anwendung in der Long-Covid-Behandlung genehmigt hat.
Zu den Medikamenten gehören Agomelatin gegen Müdigkeit, Ivabradin gegen postinfektiöses PoTS, Metformin zur Vorbeugung von Long Covid bei übergewichtigen Patienten und Vortioxetin gegen kognitive Probleme. Auch wenn die Medikamente nicht offiziell für Long Covid zugelassen sind, erlaubt der G-BA die Erstattung, wenn Ärzte sie verordnen [Quelle 1][Quelle 2][Quelle 5][Quelle 8].
Hintergrund und Umsetzung der neuen Kostenerstattung
Die Genehmigung dieser Off-Label-Behandlungen folgt einer Expertenbewertung vom Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) und dem Gesundheitsministerium. Die Experten prüften den medizinischen Nutzen bei Long- und Post-Covid-Syndromen. Die Entscheidung des G-BA, die noch vom Gesundheitsministerium bestätigt werden muss, reagiert schnell auf den dringenden Bedarf an Therapien, denn es gibt bisher keine offiziell zugelassenen Medikamente für Long Covid [Quelle 5][Quelle 8].
Dr. Carmen Scheibenbogen von der Charité Berlin sagt, dass dies ein wichtiges Signal ist und Hoffnung für die Patient*innen bringt. Schätzungen zufolge leiden etwa eine Million Menschen in Deutschland unter Long Covid mit starker Müdigkeit und Denkstörungen. Deshalb ist die Kostenübernahme sehr wichtig [Quelle 3][Quelle 7].
Praktische Folgen für Expats und ausländische Arbeitnehmer
Diese Entwicklung ist besonders für Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer relevant, die gesetzlich versichert sind. Bisher mussten Long-Covid-Patienten oft hohe Kosten selbst tragen. Nun werden die vier Medikamente bei ärztlicher Verschreibung erstattet, was finanzielle Hürden verringert.
Expats mit anhaltenden Symptomen nach einer Corona-Infektion sollten ihren Arzt auf die neuen Erstattungsmöglichkeiten ansprechen. Die Medikamente sind weiterhin Off-Label, das heißt, sie haben keine offizielle Zulassung für Long Covid. Wichtig ist, dass Versicherte prüfen, ob ihre Krankenkasse die Kosten nach den neuen G-BA-Regeln übernimmt, sobald das Gesundheitsministerium zustimmt. Diese Maßnahme kann den Zugang zu Therapien gegen häufige Long-Covid-Beschwerden wie Müdigkeit, kognitive Ausfälle und PoTS verbessern [Quelle 1][Quelle 3].
Für weitere Informationen und aktuelle Updates können Patienten und Fachkräfte offizielle Pressemitteilungen und verlässliche Gesundheitsnachrichten lesen.
Originalartikel: Tagesschau zur Kostenerstattung bei Long-Covid-Medikamenten [Quelle 1]