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Deutsche Unternehmer fordern stärkere Reform der Erbschaftsteuer
Politische Parteien und Wirtschaftsverbände in Deutschland warnen oft vor Änderungen bei der Erbschaftsteuer. Doch immer mehr Unternehmer sprechen sich für eine stärkere Besteuerung großer Erbschaften aus. Das widerspricht der Sorge, dass Änderungen Familienbetriebe schaden könnten. Einige Unternehmensnachfolger meinen, höhere Steuern fördern bessere Finanzplanung und helfen, Vermögensunterschiede zu verringern. Die SPD hat Reformen vorgeschlagen, um die Steuerlast für große Nachlässe, vor allem für Firmenvermögen, zu erhöhen. Dies könnte jährlich Einnahmen im niedrigen Milliardenbereich bringen [Quelle 1].
Folgen der Reformpläne für Expats und ausländische Arbeitnehmer in Deutschland
Die SPD plant unter anderem, die Regeln für geerbtes Betriebsvermögen anzupassen. Dabei sollen Steuerfreibeträge verschärft werden, die jetzt vielen Erben niedrige Steuersätze erlauben. Für Expats, internationale Studierende und ausländische Fachkräfte, die in deutsche Firmen involviert sind oder erben, können diese Änderungen die Nachlassplanung und Steuerpflicht beeinflussen. Ein neuer Freibetrag von etwa einer Million Euro soll das bisherige System alle zehn Jahre steuerfreier Beträge ersetzen. Dieses neue System verlangt von Erben wahrscheinlich größere finanzielle Rücklagen vor der Erbschaft zur Steuerzahlung [Quelle 6].
Praktisch heißt das für Expats: Sie müssen ihre Nachlasspläne nach deutschem Recht prüfen und wahrscheinlich Anwälte und Finanzexperten hinzuziehen. Schnelles Handeln ist ratsam, um Testamente oder Unternehmensnachfolgen an die geplanten Steuerreformen anzupassen. Außerdem sollten ausländische Eigentümer von Vermögen oder Firmenanteilen die Gesetzesentwicklung genau verfolgen, weil das Bundesverfassungsgericht noch dieses Jahr über die Verfassungsmäßigkeit der aktuellen Erbschaftsteuer entscheidet [Quelle 6].
Hintergrund zur Erbschaftsteuer in Deutschland
Die Erbschaftsteuer in Deutschland ist wegen ihrer geringen Einnahmen immer wieder umstritten. Das liegt auch an großzügigen Freibeträgen für große Firmenvererbungen. Große Nachlässe, besonders Betriebsvermögen, profitieren von umfangreichen Abschlägen, sodass einige Erben effektive Steuersätze von nur 1,5 Prozent zahlen. Das trägt zur Vermögenskonzentration bei: Die reichsten zehn Prozent besitzen über die Hälfte des Vermögens in Deutschland, was oft als ungerecht kritisiert wird [Quelle 4][Quelle 8].
Das Bundesverfassungsgericht erklärte 2014 die damaligen Regeln teilweise für verfassungswidrig, weil sie Betriebsvermögen zu stark entlasteten. Die SPD und einige Unternehmer argumentieren, höhere Erbschaftsteuer auf große Nachlässe könne soziale Ungleichheit verringern, ohne Betriebe zu gefährden. Bemerkenswert ist, dass inzwischen auch Erben von Firmen öffentlich höhere Steuern befürworten – ein Zeichen für ein Umdenken in der deutschen Wirtschaftselite [Quelle 2][Quelle 1].
Expats in Deutschland sollten beachten, dass Steuerreformen auch ihre Rechte und Pflichten bei geerbtem Vermögen betreffen können. Eine genaue Beobachtung der Gesetzesänderungen sowie Beratung durch Steuerfachleute ist empfehlenswert.
Weitere Informationen finden Sie im Originalartikel auf Tagesschau [Quelle 1].