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Die erste deutsche Steuererklärung: Ein umfassender Leitfaden für Einreichung und Fristen

Was versteht man unter einer deutschen Steuererklärung und wann besteht eine Einreichungspflicht?

Die deutsche Steuererklärung, bezeichnet als Steuererklärung, ist ein jährlich beim Finanzamt einzureichender Bericht. Sie dient dem Lohnsteuerjahresausgleich, bei dem die vom Arbeitgeber einbehaltene Lohnsteuer mit der tatsächlichen Steuerpflicht abgeglichen wird.

Obwohl viele Arbeitnehmer annehmen, zur Abgabe verpflichtet zu sein, besteht für die Mehrheit keine gesetzliche Pflicht. Dennoch empfiehlt sich eine freiwillige Steuererklärung, da laut Statistischem Bundesamt über 90 % der freiwilligen Einreicher eine Rückerstattung erhalten, deren Durchschnittssumme 1.000 Euro übersteigt. Insbesondere bei beruflich bedingten Ausgaben, Jobwechsel oder privater Krankenversicherung ist eine Überzahlung wahrscheinlich.

Eine Pflicht zur Steuererklärung besteht, wenn im Steuerjahr Leistungen wie Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Elterngeld über 410 Euro bezogen wurden. Ebenso bei gleichzeitiger Ausübung mehrerer Beschäftigungen ohne korrekte Steuerklassenkombination IV/V oder bei Nebentätigkeit als Freelancer.

Unabdingbare Fristen zur Vermeidung von Sanktionen

Die reguläre Abgabefrist für die Steuererklärung endet am 31. Juli des Folgejahres, beispielsweise für 2023 am 31. Juli 2024. Bei postalischer Einreichung ist diese Frist bindend und Verspätungen führen zu automatischen Bußgeldern.

Die elektronische Abgabe über das ELSTER-Portal gewährt in der Regel eine Fristverlängerung bis zum 31. Oktober. Mit Einschaltung eines Steuerberaters verlängert sich die Abgabefrist erheblich bis zum 28. Februar des übernächsten Jahres, etwa für 2023 bis 28. Februar 2026. Es empfiehlt sich, die jeweils gültigen Fristen beim zuständigen Finanzamt zu erfragen, da diese variieren können.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einreichung der Steuererklärung

Die erstmalige Erstellung der Steuererklärung erfordert Geduld und Sorgfalt. Die nachfolgenden Schritte helfen, Fehler und Verzögerungen zu vermeiden.

  1. Dokumentation zusammenstellen. Essenziell ist die Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers, die bis Ende Februar vorliegen muss. Ergänzend sind Kontoauszüge, Belege für berufliche Ausgaben sowie Nachweise außergewöhnlicher Belastungen zu sammeln.
  2. Registrierung bei ELSTER. Das offizielle Online-Portal ELSTER ermöglicht die elektronische Steuererklärung. Die Anmeldung auf elster.de erfordert die postalische Zusendung eines Aktivierungscodes, was zwei bis drei Wochen in Anspruch nimmt. Eine frühzeitige Registrierung ist daher ratsam.
  3. Formulare ausfüllen. Das zentrale Dokument ist das Hauptformular. Zusätzlich sind häufig Anlage N für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit und Anlage Sonderausgaben für besondere Ausgaben erforderlich. Das Portal führt digital durch die Formulare.
  4. Abgabe und Bearbeitung abwarten. Nach elektronischer Übermittlung erhält man eine Eingangsbestätigung. Das Finanzamt prüft die Erklärung und sendet den Steuerbescheid postalisch zu.

Welche Ausgaben sind steuerlich absetzbar?

Die Absetzbarkeit von Ausgaben mindert das zu versteuernde Einkommen und erhöht potenziell die Rückerstattung. Das deutsche Steuerrecht differenziert drei Hauptkategorien, deren Kenntnis für die Steuererklärung unerlässlich ist.

Kategorie Deutscher Begriff Leistungsumfang Standardpauschale (2023)
Werbungskosten Werbungskosten Fahrten zur Arbeit, beruflich bedingter Umzug, Weiterbildung, Homeoffice 1.230 EUR
Sonderausgaben Sonderausgaben Beiträge zur Krankenversicherung, Kirchensteuer, Spenden, Unterhaltszahlungen 36 EUR (Kirchensteuer)
Außergewöhnliche Belastungen Außergewöhnliche Belastungen Arztrechnungen, Kosten bei Behinderung, Schäden durch Katastrophen Angemessene Belastungsgrenze

Werbungskosten stellen die häufigste Abzugsmöglichkeit dar. Der Arbeitgeber berücksichtigt automatisch eine Pauschale von 1.230 Euro. Übersteigen die tatsächlichen Kosten diesen Betrag, müssen sie detailliert in der Steuererklärung aufgeführt werden. Wesentliche Abzüge umfassen die Pendlerpauschale von 0,30 Euro pro Kilometer einfacher Wegstrecke, Umzugskosten aufgrund beruflicher Veränderungen sowie Fortbildungskosten.

Sonderausgaben beinhalten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, Kirchensteuer sowie Spenden. Spenden können bis zu 20 % des Gesamteinkommens abgesetzt werden. Unterhaltszahlungen an Ex-Partner sind bis zu 13.805 Euro jährlich abziehbar.

Steuerberater oder Eigenregie?

Die Steuererklärung kann eigenständig mittels ELSTER erstellt werden, was kostenfrei ist. Die Formulare sind jedoch komplex und ausschließlich in deutscher Sprache verfügbar. Bei einfachem Arbeitseinkommen ist ELSTER gut geeignet. Bei Immobilienbesitz, selbstständiger Tätigkeit oder Auslandseinkünften empfiehlt sich professionelle Beratung.

Die Vergütung eines Steuerberaters richtet sich nach dem Einkommen und ist durch das Steuerberatervergütungsgesetz (StBVG) geregelt. Für einen Arbeitnehmer mit 50.000 Euro Einkommen liegen die Kosten zwischen 300 und 600 Euro. Für Selbstständige oder komplexe Fälle sind Gebühren von 1.000 bis 3.000 Euro üblich.

Für Arbeitnehmer mit mittlerem Einkommen stellt ein Lohnsteuerhilfeverein eine kostengünstige Alternative dar. Die Mitgliedschaft kostet jährlich zwischen 100 und 300 Euro. Die Berater übernehmen die Steuererklärung, vertreten jedoch nicht vor dem Finanzgericht und bearbeiten keine Unternehmenssteuern.

Wann erfolgt die Rückerstattung?

Die meisten Steuerpflichtigen erhoffen sich eine Rückerstattung. Die Bearbeitungsdauer variiert regional erheblich. Im Durchschnitt benötigt das Finanzamt sechs bis zehn Wochen für die Prüfung und den Versand des Steuerbescheids.

Regionale Unterschiede sind signifikant. Das Finanzamt Bayern gilt als besonders langsam und benötigt oft vier bis sechs Monate. Berlin und Hamburg sind meist schneller, mit Bearbeitungszeiten von etwa vier Wochen. Nach drei Monaten ohne Bescheid kann eine Nachfrage beim Finanzamt sinnvoll sein.

Nach Genehmigung überweist das Finanzamt die Rückerstattung auf das angegebene Konto. Dauert die Auszahlung länger als zehn Monate, sind Zinsen in Höhe von 0,15 % pro Monat zu zahlen.

Besondere Regelungen für Freelancer, Studierende und Nicht-EU-Bürger

Freelancer (Freiberufler) und Gewerbetreibende unterliegen strengeren Vorschriften. Überschreitet der Gewinn den Grundfreibetrag von 11.604 Euro (2024), besteht eine Abgabepflicht. Freelancer müssen zudem monatlich oder quartalsweise eine Umsatzsteuererklärung einreichen. Die Buchführung erfolgt mittels Einnahmenüberschussrechnung oder doppelter Buchführung.

Studierende können Ausbildungskosten als Außergewöhnliche Belastungen geltend machen, sofern kein weiteres Einkommen vorliegt. Bis zu 6.000 Euro für Studiengebühren, Literatur und Fahrtkosten sind absetzbar. Bei Teilzeitbeschäftigung gelten diese als Werbungskosten.

Nicht-EU-Bürger unterliegen den gleichen Steuerpflichten wie deutsche Einwohner, sofern sie länger als sechs Monate in Deutschland leben. Die Steuer-ID muss dem Arbeitgeber vorliegen. Bei dauerhaftem Wegzug ist eine abschließende Steuererklärung einzureichen.

Folgen verspäteter Abgabe oder Fehler in der Steuererklärung

Die Missachtung der Frist am 31. Juli zieht einen Verspätungszuschlag nach sich. Das Finanzamt erhebt 0,25 % der Steuer pro Monat Verspätung, maximal 10 % oder 25.000 Euro. Bei absehbaren Verzögerungen sollte rechtzeitig eine schriftliche Fristverlängerung beantragt werden.

Entdeckst du nach Abgabe Fehler, kannst du eine korrigierte Steuererklärung einreichen. Nach Erhalt des Steuerbescheids besteht ein Monat Zeit für einen Einspruch. Die Gründe müssen klar dargelegt und Belege vorgelegt werden. Das Finanzamt überprüft den Fall erneut und erlässt gegebenenfalls einen geänderten Bescheid.

FAQ zur ersten deutschen Steuererklärung

Bin ich verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben?

Die meisten Arbeitnehmer sind nicht verpflichtet. Bei Bezug von Arbeitslosengeld, Elterngeld oder mehreren Jobs ohne korrekte Steuerklassen besteht jedoch eine Pflicht. Eine freiwillige Abgabe ist ratsam, da viele eine Rückerstattung erhalten.

Was ist ELSTER?

ELSTER ist das offizielle elektronische System der Finanzämter für die Steuererklärung. Es steht für “Elektronische Steuererklärung”. Die Online-Abgabe ermöglicht Fristverlängerungen und schnellere Bearbeitung.

Wie lange dauert die Rückzahlung?

Im Durchschnitt sechs bis zehn Wochen. In Bayern dauert es länger, in Berlin schneller. Die Rückerstattung erfolgt per Überweisung nach Versand des Steuerbescheids.

Was bedeutet Lohnsteuerjahresausgleich?

Der Lohnsteuerjahresausgleich ist der Abgleich zwischen einbehaltener Lohnsteuer und tatsächlicher Steuerlast. Er führt zu Rückzahlungen oder Nachzahlungen.

Regelungen und Gebühren können sich ändern. Informiere dich stets beim Finanzamt.

📚 Key Vocabulary (Advanced (C1-C2))

die Steuererklärung(noun (f.))
tax return
das Finanzamt(noun (n.))
tax office
der Lohnsteuerjahresausgleich(noun (m.))
annual income tax adjustment
die Fristverlängerung(noun (f.))
deadline extension
die Lohnsteuerbescheinigung(noun (f.))
wage tax certificate
die Werbungskosten(noun (f.))
income-related expenses
die Sonderausgaben(noun (f.))
special expenses
der Steuerberater(noun (m.))
tax advisor
die Umsatzsteuererklärung(noun (f.))
VAT return
die Einnahmenüberschussrechnung(noun (f.))
income-surplus statement
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