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Auslaufen der Festzinsbindungen führt zu deutlich höheren Finanzierungskosten
Immobilienbesitzer in Deutschland, die vor etwa einem Jahrzehnt Immobilienkredite zu historischen Niedrigzinsen abgeschlossen haben, stehen vor einer signifikanten finanziellen Herausforderung. Zahlreiche dieser Festzinsdarlehen („Zinsbindungen“) laufen nun aus, was eine Neuverhandlung der Anschlussfinanzierung in einem erheblich angespannten Zinsumfeld erforderlich macht. Der deutliche Anstieg der Bau- und Hypothekenzinsen führt zu einer beachtlichen Erhöhung der monatlichen Rückzahlungsbelastungen bei einer Refinanzierung.
Deutsche Kreditinstitute gewähren Festzinsbindungen üblicherweise für Zeiträume zwischen fünf und fünfzehn Jahren; eine Laufzeit von zehn Jahren ist der Standard. Diese sogenannte Sollzinsbindung sichert während der Anfangsphase der Finanzierung Zahlungskonstanz. Nach Ablauf der Bindungsfrist sind Hausbesitzer zur Anschlussfinanzierung („Anschlussfinanzierung“) gezwungen, die häufig zu marktüblichen, in den letzten Monaten gestiegenen Zinssätzen erfolgt.
Möglichkeiten und Verpflichtungen der Darlehensnehmer beim Auslaufen der Zinsbindung
Gemäß § 489 BGB steht Darlehensnehmern das Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren zu – unabhängig von der vereinbarten Laufzeit – wodurch sie Verhandlungsspielraum für neue Konditionen oder einen Anbieterwechsel erhalten. Üblicherweise unterbreitet die finanzierende Bank etwa drei Monate vor Ablauf der Festzinsbindung ein Angebot für die Anschlussfinanzierung. Dabei können Kreditnehmer entweder eine sogenannte Prolongation vereinbaren oder eine Refinanzierung bei einem anderen Institut einleiten. Ein Vorteil der Prolongation beim bisherigen Kreditgeber besteht in der Vermeidung zusätzlicher Notar- und Grundbuchgebühren, die bei einem Anbieterwechsel anfallen.
Alternative bietet das Forward-Darlehen die Möglichkeit, den aktuellen Zinssatz bis zu 36 Monate vor Auslaufen der Zinsbindung zu sichern, was potenziell für vorzeitige Stabilität sorgt.
Relevanz für Expats und ausländische Bewohner in Deutschland
Für Expats, internationale Studierende mit Immobilienabsichten und ausländische Arbeitnehmer mit Wohnkrediten in Deutschland ist es essentiell, den Prozess des Auslaufens der Zinsbindung und die Anschlussfinanzierung zu verstehen. Ansteigende Zinsen wirken sich unmittelbar auf die monatlichen Wohnkosten aus und beeinflussen das Haushaltsbudget erheblich. Die rechtzeitige Planung – üblicherweise mindestens drei Monate vor Ablauf – ist unabdingbar.
Es empfiehlt sich, Finanzberater oder Hypothekenmakler mit Kenntnis des deutschen Marktes zu konsultieren, um Optionen wie Bankwechsel, variierende Zinsbindungsfristen oder Forward-Darlehen zu prüfen. Proaktives Handeln minimiert unvorhergesehene Kostensteigerungen und optimiert die Finanzierungsbedingungen. Das Ignorieren dieser Fristen kann zu erheblichen finanziellen Belastungen führen, weil die Rückzahlungen bei höheren Marktzinsen ohne Vorbereitung sprunghaft steigen können.
Zudem sollten Expats ihre gesetzlichen Kündigungsrechte kennen, die es erlauben, das Darlehen nach zehn Jahren auch bei längerer Vertragslaufzeit zu beenden. Diese Flexibilität ist bedeutsam für eine strategische Schuldverwaltung.
Für weiterführende Informationen empfiehlt sich der Tagesschau-Bericht auf tagesschau.de.