Photo by Ibrahim Rifath on Unsplash
Wohnen kostet viele Mieter in Deutschland viel Geld
Eine neue Studie vom Deutschen Mieterbund (DMB) zeigt, dass über ein Drittel der Mieterhaushalte in Deutschland durch ihre Wohnkosten stark belastet sind. Dazu gehören die Kaltmiete und die Heizkosten. Mehr als sieben Millionen Haushalte leiden unter dieser finanziellen Last. Über drei Millionen Haushalte geben mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für Miete und Heizung aus. Weitere 4,3 Millionen sind zwischen 30 und 40 Prozent. Diese Werte gelten als wichtige Grenzen für Belastung laut Mieterverbänden und offiziellen Zahlen.
Der DMB sieht einen Haushalt als belastet an, wenn mehr als 30 Prozent des Einkommens für Wohnen aufgewendet werden. Das Statistische Bundesamt definiert Belastung erst ab 40 Prozent. Die meisten Haushalte mit großen Belastungen sind in den niedrigsten Einkommensgruppen. Diese haben im Durchschnitt 1.709 Euro monatlich netto zur Verfügung. Fast die Hälfte aller Mieterhaushalte gehören dazu und erleben besonders starke finanzielle Probleme durch steigende Mieten und Energiekosten.
Hohe Nachfrage am Mietmarkt und fehlende Neubauten
In Deutschland lebt ein großer Teil der Bevölkerung in Mietwohnungen, rund 53 Prozent, also etwa 21 Millionen Haushalte. Viele Mieter leben in Mehrfamilienhäusern und haben meist weniger Wohnfläche als Hausbesitzer.
Obwohl die Bundesregierung jedes Jahr 400.000 neue Wohnungen bauen möchte, gab es 2022 nur 295.300 Neubauten. Das sind 27 Prozent weniger als geplant. Dieses Defizit sorgt für steigende Mietpreise und mehr finanzielle Belastung bei den Mietern. 2024 stiegen die durchschnittlichen Nettokaltmieten landesweit um 5,9 Prozent auf 10,92 Euro pro Quadratmeter. In einigen Städten, zum Beispiel Ulm, sind die Preise noch höher.
Folgen für Expats und internationale Bewohner
Für Expats, internationale Studierende und Arbeitnehmer aus dem Ausland stellt die Wohnkostenbelastung eine Herausforderung dar. Viele Menschen mit ausländischem Pass verdienen eher wenig oder arbeiten in Branchen mit niedrigeren Löhnen. Deshalb geben sie im Verhältnis oft mehr für Miete und Heizung aus. Besonders in Städten mit hohen Mietpreisen kann das zu Budgetproblemen führen.
Wer als Ausländer in Deutschland umzieht oder den Mietvertrag verlängern will, sollte die finanziellen Belastungen beachten. Es ist sinnvoll, die Wohnkosten genau zu prüfen und Unterstützungen wie Wohngeld oder Sozialwohnungen zu nutzen, wenn möglich. Auch die Beratung durch Organisationen wie den Deutschen Mieterbund ist hilfreich, um Mietrecht und Mietsteigerungen zu verstehen.
Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes und steigender Kosten ist es wichtig, frühzeitig zu planen und das Budget für Wohnungskosten realistisch einzuschätzen. So können alle Mieter bezahlbare Wohnungen finden und finanzielle Probleme vermeiden.
Mehr Informationen finden Sie im Originalbericht: tagesschau.de