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Gehaltsverhandlungen in Deutschland erfordern Kenntnisse der lokalen Gepflogenheiten, sorgfältige Recherche und eine gute Strategie. Viele Expats denken, es sei unhöflich, doch richtig gemacht ist es erwartet und professionell. Dieser Leitfaden erklärt alle wesentlichen Aspekte der Gehaltsverhandlung in Deutschland, von richtigem Zeitpunkt bis zu Benefits wie Weihnachtsgeld.
Ist Gehalt verhandeln in Deutschland unhöflich? Ein Mythos wird entkräftet
Gehaltsverhandlungen gelten in Deutschland nicht als unhöflich, sondern als übliches Vorgehen. Arbeitgeber rechnen damit, dass Bewerber über das Gehalt sprechen – insbesondere internationale Kandidaten, die höhere Umzugskosten haben. Die deutsche Kultur schätzt direkte und gut vorbereitete Gespräche mehr als aggressives Feilschen.
Zum Beispiel bietet ein erstes Jobangebot oft Spielraum zwischen 1.000 und 5.000 Euro jährlich. Wer nicht verhandelt, wirkt unsicher. Expats haben Erfolg, wenn sie ihre Recherche zeigen und faire Forderungen stellen.
Zu viele kleine Verhandlungsversuche können jedoch das Ansehen schädigen. Wichtig ist, fair zu bleiben. Wer nichts sagt, verzichtet oft auf 5 bis 10 % des möglichen Gehalts.
Was bedeutet Gehaltsverhandlung? Wichtige Begriffe für Expats
Der Begriff Gehaltsverhandlung bedeutet auf Deutsch die Verhandlung des Gehalts. Dabei geht es um das Grundgehalt, das Jahresgehalt und Zusatzleistungen. Das Jahresgehalt umfasst meist 12 bis 14 Monatsgehälter und enthält Boni wie das Weihnachtsgeld, das oft als 13. Monatsgehalt ausgezahlt wird.
Expats verwechseln oft Monats- und Jahresgehälter. Es ist wichtig, immer das Bruttogehalt pro Jahr anzugeben, z. B. 60.000 bis 70.000 Euro. Das Nettogehalt hängt von der Steuerklasse ab. Tools wie der Brutto-Netto-Rechner helfen bei der Berechnung.
Tarifverträge regeln das Gehalt in gewerkschaftlich organisierten Branchen wie der Industrie. Im kaufmännischen Bereich besteht oft mehr Verhandlungsspielraum.
Wann sollte man über Gehalt sprechen? Optimales Timing am deutschen Arbeitsmarkt
Über das Gehalt spricht man idealerweise erst nach dem mündlichen Angebot, nicht während der ersten Bewerbungsgespräche. Frühzeitige Gehaltsforderungen können den Verlauf negativ beeinflussen. Es ist besser, den Arbeitgeber zuerst ein Angebot machen zu lassen.
Der klassische Zeitplan: Während der Interviews geht es um die Passung. Die Gehaltsverhandlung erfolgt meist ein bis zwei Wochen nach dem letzten Gespräch. Innerhalb von 48 Stunden sollte man antworten. Bei Gehaltserhöhungen sind Anfragen meist nach der Probezeit (drei bis sechs Monate) oder jährlich üblich.
Ausnahme: Startups verhandeln oft früher, da Aktienoptionen eine Rolle spielen. Im öffentlichen Dienst (Tarif) ist das Timing durch Vorgaben eingeschränkt. Zu spätes Handeln, also nach einer Woche, wirkt oft als Desinteresse.
Wie recherchiert man Gehaltsspannen vor der Verhandlung?
Recherche schützt vor zu niedrigen Angeboten. Websites wie Gehalt.de zeigen berufsbezogene Gehaltsspannen, z. B. 55.000 bis 75.000 Euro für mittlere IT-Positionen in Berlin. Schritt 1: Berufsbezeichnung, Erfahrung und Standort eingeben. Schritt 2: Vergleiche auf Glassdoor und Kununu prüfen.
Regionale Unterschiede sind relevant: München zahlt etwa 15 bis 20 % mehr als Leipzig. Auch die Branche spielt eine Rolle – IT übertrifft etwa die Industrie. Expat-Zuschläge für reine Englischstellen betragen etwa 5 bis 10 % mehr.
Ein Profi-Tipp lautet, einen Sicherheitspuffer einzubauen. Will man 52.000 Euro, sollte man 55.000 verlangen. Eine Überprüfung mit Destatis-Daten unterstreicht die Glaubwürdigkeit.
Gehaltsverhandlungstaktiken in Deutschland: Ein Leitfaden in fünf Schritten
Erfolgreiche Gehaltsverhandlungen in Deutschland folgen fünf Schritten: Schritt 1 – eine recherchierte Gehaltsspanne nennen, z. B. 60.000–70.000 Euro brutto jährlich. Schritt 2 – die Forderung mit Fähigkeiten begründen, etwa: “Meine fünf Jahre Erfahrung in SaaS haben das Wachstum um 20 % gesteigert.”
Schritt 3 – professionell gegenangeboten: “Ich schätze 62.000 Euro, könnten wir 65.000 Euro und eine Leistungsüberprüfung nach sechs Monaten vereinbaren?” Schritt 4 – auf die Reaktion warten. Schritt 5 – Vereinbarung schriftlich festhalten.
Rollenspiele helfen beim Üben. Expats sollten besonders den Umzugsaufwand hervorheben. Eine gute Vorbereitung erhöht die Erfolge um 30 %.
Tipps fürs Gegenangebot: Wie viel kann man fordern und warum
Man sollte etwa 5 bis 15 % über dem ursprünglichen Angebot verlangen, dabei aber im Rahmen bleiben. Beispiel: Ein Angebot von 60.000 Euro, Gegenangebot 65.000–68.000 Euro, wenn das recherchierte Maximum 70.000 Euro beträgt.
Die Zahlen während der Verhandlung oft zu ändern wirkt unprofessionell. Ist man festgefahren, kann man etwa zusätzliche Weiterbildung oder ein Budget ansprechen. Üblich sind Gehaltssteigerungen von 3.000 bis 5.000 Euro.
Zu hohe Forderungen, z. B. 80.000 Euro bei 60.000 Euro Angebot, zerstören Vertrauen. Expats erzielen im Schnitt 8 % mehr mit fundierten Argumenten.
Welche Nebenleistungen kann man neben dem Gehalt verhandeln?
Das Grundgehalt ist nicht alles: Urlaub (meist 25 bis 30 Tage), Weihnachtsgeld (50 bis 100 % eines Monatsgehalts), Firmenwagen und mehr gehören dazu. Weitere Benefits sind ein 14. Gehalt, flexible Homeoffice-Regelungen oder Weiterbildungsmöglichkeiten.
Kleine Firmen sind meist flexibler, große halten oft Tarifverträge ein. Beispiel: Man tauscht 2.000 Euro weniger Gehalt gegen fünf zusätzliche Urlaubstage. Betriebliche Altersvorsorge ist ebenfalls ein wichtiger Wert.
Vor Verhandlungen Prioritätenliste machen. Das Gesamtpaket umfasst Grundgehalt plus 20 bis 30 % Zusätze. Zum Vergleich lohnt ein Blick auf [INTERNAL: Kosten Leben in Deutschland].
Wann ist der richtige Zeitpunkt für Gehaltserhöhungen? Von Probezeit bis Jahresgespräch
Nach der Probezeit (3 bis 6 Monate) kann man eine Erhöhung von 5 bis 10 % beantragen, wenn man gute Leistungen zeigt. Regelmäßige jährliche Gespräche sind üblich.
Man sollte klare Daten und Erfolge vorlegen, z. B. “Projekte 15 % günstiger abgeschlossen”. Der Termin wird idealerweise per Mail angefragt: “Können wir meine Entwicklung besprechen?”
Expats sollten ihren Integrationserfolg hervorheben. Die durchschnittliche Gehaltserhöhung liegt bei 3 bis 5 % bei Inflationsanpassung. Siehe [INTERNAL: Steuern in Deutschland] für Nettorelevanz.
Häufige Fehler bei Gehaltsverhandlungen und wie Expats sie vermeiden
Der größte Fehler ist fehlende Recherche, was oft 10 bis 20 % Gehaltsverlust bedeutet. Lösung: Gehalt.de regelmäßig nutzen.
Aggressives Verhalten wirkt negativ, lieber sachlich bleiben. Ausländer vergessen oft das Gesamtpaket, was Urlaub angeht. Auch Tarifvertrag-Regeln werden zu selten berücksichtigt. Frühzeitige Klärung hilft.
In nicht verhandelbaren Fällen, etwa im öffentlichen Dienst, sollte man ablehnen oder akzeptieren. 70 % der Verhandlungen verlaufen erfolgreich. Beschwerden kann man bei der Bundesagentur für Arbeit vorbringen.
Expats profitieren, wenn sie ihre eigene Durchsetzungsfähigkeit mit realistischer deutscher Herangehensweise kombinieren. Übung sorgt für Sicherheit.





