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Umfangreiche Razzien in Nagelstudios decken ein milliardenschweres System illegaler Beschäftigung auf
Am 14. Januar 2026 führte ein Einsatz von über 1.000 Einsatzkräften umfangreiche Durchsuchungen in Nagelstudios in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen durch. Insgesamt wurden 49 Wohn- und Geschäftsräume im Zusammenhang mit illegaler Beschäftigung und umfangreichem Steuerbetrug durchsucht. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 56-jähriger Düsseldorfer, der den Verdacht auf sich zieht, ein kriminelles Netzwerk zu lenken, das ausländische Arbeitskräfte einschleuste und sie in Nagelstudios ausbeutete. Die Untersuchungen deuten auf einen finanziellen Schaden von über sieben Millionen Euro hin, resultierend aus nicht deklarierter Lohngestaltung und Umsätzen. Neben dem Hauptbeschuldigten werden 26 weitere Tatverdächtige ins Visier genommen. Darunter befinden sich zwei Nagelstudioleiter im Alter von 36 und 44 Jahren, die festgenommen und in Untersuchungshaft überführt wurden.
Konsequenzen für Expats, ausländische Beschäftigte und internationale Studierende in Deutschland
Dieser behördliche Schlag unterstreicht die anhaltenden Anstrengungen zur Bekämpfung illegaler Arbeitspraktiken, die insbesondere ausländische Arbeitnehmer in der personenbezogenen Dienstleistungsbranche betreffen. Expats und internationale Arbeitskräfte in unregistrierten Beschäftigungen sollten über ihre Rechte und die rechtlichen Verpflichtungen bezüglich Arbeitserlaubnissen sowie steuerlicher Pflichten in Deutschland informiert sein. Die Razzien verdeutlichen die Risiken unerlaubter Arbeit, die straf- und aufenthaltsrechtliche Konsequenzen wie Haftstrafen oder Ausweisung nach sich ziehen können. Es wird empfohlen, Arbeitsverträge sorgfältig auf die Einhaltung deutscher Arbeits- und Steuerrechtsbestimmungen zu prüfen und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, etwa unbezahlte Löhne oder Zwangsarbeit, zu erkennen. Die Ermittlungen werden von der Bundespolizei, dem Zollamt Düsseldorf sowie dem Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität geführt, was die interdisziplinäre Vorgehensweise im Kampf gegen diese Delikte verdeutlicht.
Für Expats ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Arbeits- und Aufenthaltstitel regelmäßig zu kontrollieren, eine transparente Dokumentation der Beschäftigungsverhältnisse sicherzustellen und bei Unklarheiten rechtlichen Beistand in Anspruch zu nehmen. Internationale Studierende sind besonders angehalten, sich vor illegaler Arbeit zu hüten, da diese die Aufenthaltserlaubnis sowie zukünftige Visaanträge negativ beeinträchtigen kann.
Details zu dem kriminellen Netzwerk und den polizeilichen Maßnahmen
Der 56-jährige Hauptverdächtige leitete mutmaßlich über 16 Jahre lang simultan mehrere Nagelstudios in Städten wie Düsseldorf, Köln, Dortmund, Stuttgart sowie im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Das Netzwerk steht im Verdacht eines großangelegten Menschenhandels sowie systematischer Steuer- und Sozialabgabenhinterziehung. Mindestens drei Haftbefehle wurden in Düsseldorf und Dortmund vollstreckt. Razzien fanden in zahlreichen Städten statt, darunter in Augsburg, Bochum, Essen und Stuttgart. In einigen Fällen wurden Beschäftigte ohne gültige Arbeitserlaubnis in mangelhaften Unterkünften angetroffen, was auf mögliche Zwangsarbeit hinweist.
Die Ermittlungsbehörden betonen die gravierende Rechtsverletzung dieser Taten, die neben Verstößen gegen arbeitsrechtliche Vorschriften auch den öffentlichen Haushalt und das Sozialsystem erheblich schädigen. Der Einsatz signalisiert die Entschlossenheit der deutschen Behörden, kriminelle Arbeitsnetzwerke konsequent zu zerschlagen.




