Photo by Yannic Kreß on Unsplash
Einführung in Deutschlands neues Altersvorsorgedepot
Ab dem 1. Januar 2027 führt Deutschland ein neues privates Altersvorsorgeprodukt ein. Es ersetzt die Riester-Rente. Ziel ist es, Steuerzahlern und Expats flexiblere und höher rentierende Anlagemöglichkeiten zu bieten. Im Fokus stehen Aktien und ETFs statt traditioneller sicherer Verträge. Das Altersvorsorgedepot ermöglicht, Beiträge und staatliche Zuschüsse an den Kapitalmärkten zu investieren. So sollen sich die langfristigen Renditen für private Rentenansparungen verbessern [Quelle 1][Quelle 8].
Staatliche Förderungen, berechtigte Teilnehmer und Anlagemöglichkeiten
Das Altersvorsorgedepot bietet eine Basisförderung von bis zu 540 Euro pro Jahr für Sparer, die bis zu 1800 Euro jährlich einzahlen. Familien erhalten zusätzlich 300 Euro pro Kind und Jahr. Die Förderung richtet sich an mehr Personengruppen als früher: Arbeitnehmer, Auszubildende, Beamte sowie Selbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmer sind nun ebenfalls berechtigt. Anleger können ihr Geld vor allem in global diversifizierte ETFs und Aktienfonds investieren, was relativ niedrige Kosten von etwa 0,2 % jährlich ermöglicht [Quelle 1][Quelle 3][Quelle 4].
Übergang von der Riester-Rente zum Altersvorsorgedepot
Bestehende Riester-Vertragsinhaber sollten ihre Verträge nicht voreilig kündigen, da sie weiterhin einzahlen und von angesparten Leistungen profitieren können. Ab 2027 sind neue Riester-Verträge nicht mehr verfügbar. Wer zum Altersvorsorgedepot wechseln möchte, kann seine Riester-Guthaben übertragen. Dafür muss ein neues Altersvorsorgedepot-Konto eröffnet und der Übertrag mit dem aktuellen Anbieter abgestimmt werden. Experten empfehlen, die Entscheidung sorgfältig zu prüfen – abhängig von Einkommen, Familienstand und langfristigen Zielen. Die Zulagenberechnung und fehlende Garantien bringen unterschiedliche Risiken mit sich [Quelle 2][Quelle 4][Quelle 7].
Auswirkungen auf Expats und praktische Hinweise
Für Expats in Deutschland bietet das Altersvorsorgedepot eine wichtige Chance, von staatlich geförderter privater Altersvorsorge mit mehr Anlagefreiheit zu profitieren. Jedoch sollten Expats beachten, dass die steuerfreie Ansparphase in Deutschland gilt, während steuerliche Regelungen im Heimatland und Doppelbesteuerungsabkommen Einkünfte und Auszahlungen beeinflussen können. Expats müssen die Fristen ab Januar 2027 beachten und ihre Förderfähigkeit prüfen, um maximal von den staatlichen Zuschüssen zu profitieren. Vor einem Transfer bestehender ausländischer oder deutscher Vorsorgeprodukte ist eine genaue Bewertung ratsam. Eine auf die persönliche Situation abgestimmte Finanzberatung ist empfehlenswert [Quelle 3][Quelle 8].
Technologie, Kosten und Marktverfügbarkeit
Finanzinstitute müssen bis zum Markteintritt technisch bereit sein. Sie sollen alle regulatorischen Anforderungen, einschließlich MiFID II, erfüllen und digitale Prozesse mit eID und digitaler Unterschrift ermöglichen. Die neuen Produkte sind mit jährlichen Oberkosten von 1,5 % günstiger als manche traditionelle Rentenprodukte. Der Markt wird kostengünstige, transparente und benutzerfreundliche Lösungen über mobile Plattformen und einfache Kontoverwaltung bieten. Diese Modernisierung soll jüngere und digitalaffine Anleger ansprechen, darunter auch Expats [Quelle 6].
Für ausführliche offizielle Informationen zum Übergang von Riester zum Altersvorsorgedepot steht der Artikel der Tagesschau zur Verfügung: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/altersvorsorgedepot-100.html [Quelle 1].