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Deutschland empfiehlt erstmals sechs Monate ausschließliches Stillen

Neue deutsche Empfehlung: Sechs Monate nur stillen

Zum ersten Mal gibt es in Deutschland eine offizielle Empfehlung, dass Mütter ihre Babys in den ersten sechs Monaten nur stillen sollen. Diese neue Regel entspricht den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2003. Zusätzlich heißt es, dass nach der Zeit des ausschließlichen Stillens das Stillen mindestens zwölf Monate weitergehen soll, während feste Nahrung langsam eingeführt wird. Die Regel entstand durch Zusammenarbeit von 26 Fachgesellschaften und Verbänden. Sie beruht auf umfangreichen Studien, die zeigen, wie gut Stillen für Babys und Mütter ist.

Gesundheitliche Vorteile und wissenschaftliche Gründe

Die Empfehlung für sechs Monate ausschließliches Stillen und insgesamt mindestens zwölf Monate Stillen basiert auf vielen Forschungsergebnissen. Studien zeigen, dass längeres Stillen das Risiko für Asthma verringert und möglicherweise auch die Wahrscheinlichkeit von neuroentwicklungsbedingten Störungen wie ADHS oder Autismus. Experten weisen außerdem darauf hin, dass eine zu kurze oder fehlende Stilldauer Schäden an den Zähnen fördern kann. Die Ergebnisse beziehen sich hauptsächlich auf gesunde, voll ausgetragene Babys. Die Leiterin der Leitlinie, Regina Ensenauer, betont, wie wichtig es ist, die nationalen Empfehlungen an internationale Standards anzupassen und Mütter besser beim Stillen zu unterstützen.

Folgen für Expats und internationale Familien in Deutschland

Die neuen Empfehlungen sind besonders relevant für Expats, ausländische Studierende und Arbeitskräfte in Deutschland. Sie helfen Müttern, bei der Betreuung und Gesundheit ihrer Babys bessere Entscheidungen zu treffen. Krankenkassen und Hebammen werden ihre Unterstützungsangebote vermutlich anpassen. Für Mütter, die arbeiten, studieren oder sich integrieren, ist es wichtig, die Still-Dauer zu kennen, um Elternzeit und Still-Umgebungen gut zu planen und Beratung zu erhalten. Außerdem zeigt die Umstellung, dass sich die deutsche Gesundheitspolitik stärker an internationale Empfehlungen angleicht, was Verwirrung bei Ausländerinnen verringert.

Die Leitlinie nennt derzeit keine Änderungen bei Elternzeit oder finanzieller Unterstützung zum Stillen. Trotzdem sollten expat-Mütter mit Ärztinnen und Beraterinnen Kontakt halten und an ihrem Arbeitsplatz stillfreundliche Lösungen suchen, wenn sie vor Ablauf der zwölf Monate wieder arbeiten. Wer sich an die Empfehlungen hält, stärkt die Gesundheit der Babys und kann langfristig Gesundheitskosten senken.

Details zu den neuen Empfehlungen finden Sie im deutschen Bericht bei Tagesschau.

📚 Key Vocabulary (Intermediate (B1-B2))

die Empfehlung(noun (f.))
recommendation
ausschließliches Stillen(noun phrase)
exclusive breastfeeding
die Weltgesundheitsorganisation (WHO)(noun (f.))
World Health Organization
die Fachgesellschaft(noun (f.))
professional society
die Therapie(noun (f.))
treatment, therapy
die Elternzeit(noun (f.))
parental leave
die Beratung(noun (f.))
consultation, counseling
das Risiko(noun (n.))
risk
die Integration(noun (f.))
integration
die Studienlage(noun (f.))
state of research
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