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Geplante Ablösung des Ehegattensplittings
Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil schlägt vor, das bisherige Ehegattensplitting durch ein neues System für frisch verheiratete Paare zu ersetzen. Das Modell namens „fiktives Realsplitting“ soll die Steuerverteilung zwischen Ehepartnern verbessern, indem es ihnen eine bestimmte Steuerfreibetrags-Verteilung erlaubt. Bestehende Ehen bleiben vom alten System unberührt, damit keine rückwirkenden Änderungen entstehen.
Details und erwartete Wirkung des fiktiven Realsplittings
Das Modell basiert auf dem maximal absetzbaren Betrag für Ehegattenunterhalt, der aktuell bei geschiedenen oder dauerhaft getrennten Paaren angewendet wird. Ziel ist es, Steueranreize zu reduzieren, die Frauen oft in Teilzeit beschäftigen. Partner können einen festgelegten Freibetrag teilen, der kleiner ist als der Vorteil durch das alte Splitting, besonders bei Einkommen mit großer Ungleichheit. So könnte sich bei einem Partner mit 100.000 Euro und einem ohne Einkommen die Steuerlast um etwa 4.100 bis 4.500 Euro pro Jahr erhöhen.
Die Steuerklassenkombinationen III und V, mit denen Paare ihre Lohnsteuer optimieren, sollen wegfallen. Das soll die steuerlichen Lockwirkungen verringern, die die sogenannte „Teilzeitfalle“ erhalten, von der vor allem Frauen betroffen sind. Die Reform ist Teil größerer Bemühungen für mehr Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt, kann das Geschlechtergefälle aber nicht allein beheben.
Auswirkungen für Expats und internationale Bewohner in Deutschland
Die geplanten Änderungen betreffen vor allem Paare, die ab Inkrafttreten der Reform in Deutschland heiraten. Expats, ausländische Studierende und Arbeitnehmer sollten wissen, dass ihre Steuerberechnung vom neuen Modell beeinflusst wird. Paare mit stark unterschiedlichem Einkommen könnten höhere Steuern zahlen müssen.
Internationale Bewohner sollten die Gesetzesentwicklung aufmerksam verfolgen, da Details und Zeitpläne noch nicht endgültig sind. Paare, die heiraten wollen, sollten frühzeitig eine Steuerberatung in Anspruch nehmen, um finanzielle Folgen zu verstehen. Bestehende Ehen behalten das alte System, neue müssen sich auf neue Regeln vorbereiten, die Steuerbelastung und Abzüge verändern könnten.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die offizielle Ankündigung hier: Tagesschau Bericht zum Ersatz des Ehegattensplittings.