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Neues privates Rentenmodell ersetzt Riester-Rente ab 2027
Der Deutsche Bundestag hat eine umfassende Reform des privaten Rentensystems beschlossen. Die Riester-Rente wird ab 2027 durch ein flexibleres und womöglich renditestärkeres Modell ersetzt. Es gibt verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Kapitalsicherungen. Eine garantiert 100% des Kapitals, eine andere 80%, und die dritte bietet keine Garantie, dafür aber höhere Markterträge. So wird die Altersvorsorge für Sparer in Deutschland anpassungsfähiger.
Das Gesetz erhöht zudem staatliche Zuschüsse, besonders für Familien mit Kindern. Wer jährlich bis zu 300 Euro einzahlt, erhält einen Kinderbonus von bis zu 300 Euro. Bei monatlichen Einzahlungen bis 30 Euro gibt es einen staatlichen Zuschuss von 50 Cent pro Euro – das macht private Vorsorge auch für Geringverdiener attraktiver.
Was ändert sich für Ausländer und ausländische Arbeiter
Internationale Studierende, Expats und ausländische Beschäftigte in Deutschland müssen sich auf wichtige Änderungen einstellen. Das neue System bietet mehr Flexibilität und verschiedene Risikoprofile. Zum Beispiel kann man in Aktien-ETFs ohne Garantien investieren oder sichere, garantierte Produkte wählen. So passt sich die Altersvorsorge besser an unterschiedliche finanzielle Ziele an.
Zudem profitieren jetzt auch Selbstständige von staatlichen Zuschüssen, die bisher nicht für sie galten. Darunter fallen viele ausländische Unternehmer und Fachkräfte. Neu ist auch das öffentliche „Standarddepot“ mit niedrigen Gebühren und Verbraucherschutz, bereitgestellt von einem öffentlichen Anbieter.
Für Expats, die bisher Riester-Verträge nutzten, gibt es die Möglichkeit, ins neue System zu wechseln, ohne eingezahlte Beträge zu verlieren. Es empfiehlt sich jedoch, bestehende Verträge zu prüfen und abzuwägen, ob ein Wechsel finanziell sinnvoll ist. Wichtige Punkte sind Beitragsgrenzen, Förderberechtigung und Produktsicherheiten.
Kostenbegrenzung und Risiken am Markt
Die Reform begrenzt die jährlichen Produktkosten auf maximal 1% der Beiträge inklusive Zuschüsse. So soll die Wertigkeit der Altersvorsorge erhöht werden. Die Pflicht zu einer vollen Kapitalsicherung entfällt, was zuvor oft geringere Renditen bedeutete. Versicherer begrüßen das, Verbraucherorganisationen sind allerdings wegen der Doppelrolle des Staates als Regulator und Marktakteur skeptisch.
Die fehlende Garantie überträgt ein höheres Risiko auf die Verbraucher. Sie müssen die höhere Renditechance gegen mögliche Marktschwankungen abwägen. Die vielfältigen Anlageoptionen sprechen vor allem jüngere, risikobereitere Sparer und Ausländer in Deutschland an, die ihr Rentenvermögen aufbauen wollen.
Praktische Hinweise für Expats
Expats und ausländische Arbeitnehmer sollten Fristen beachten, da die Riester-Rente ausläuft und das neue System ab 2027 eingeführt wird. Sie sollten prüfen, wie die flexibleren Modelle und staatlichen Anreize zu ihrem längeren Aufenthalt in Deutschland passen. Beiträge, Förderansprüche – besonders bei Kindern oder Selbstständigkeit – und Risikobereitschaft sind wesentliche Faktoren.
Zur Optimierung der Altersvorsorge ist eine Beratung durch Experten empfehlenswert, die mit den neuen Regeln vertraut sind. Offizielle Regierungsportale und Expat-Beratungen helfen, die private Altersvorsorge effizient zu verwalten und vom staatlichen Support zu profitieren.
Weitere Informationen finden Sie hier: Rentenreform: Das ändert sich bei der privaten Altersvorsorge.