Photo by Pharmacy Images on Unsplash
Erweiterte Krankenversicherung übernimmt Long Covid-Medikamente
Patienten mit Long Covid in Deutschland bekommen bald vier bestimmte Medikamente von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. Bisher mussten Betroffene diese selbst bezahlen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, die Kosten für diese Medikamente zu übernehmen, obwohl keine offiziell speziell für Long Covid zugelassen ist. Das ist ein wichtiger Schritt, um Patienten mit langanhaltenden Beschwerden nach COVID-19 finanziell zu entlasten [Quelle 1].
Long Covid beschreibt Symptome, die mehr als vier Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion bestehen bleiben oder neu auftreten. Das Post-Covid-Syndrom betrifft Beschwerden, die länger als zwölf Wochen andauern. Dazu zählen schwere Erschöpfung, Schmerzen und andere schwächende Effekte, manchmal auch Erkrankungen wie ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Erschöpfungssyndrom) [Quelle 1][Quelle 3].
Versicherte Medikamente für Long Covid
Die vier Medikamente, die nun für Long Covid erstattet werden, sind:
- Agomelatin: Ein Antidepressivum, das vor allem Müdigkeit bei Long Covid lindert.
- Ivabradin: Ursprünglich für Herzkrankheiten; es hilft gegen das Posturale Tachykardiesyndrom (POTS), von dem etwa ein Drittel der Long Covid-Patienten betroffen ist.
- Metformin: Hauptsächlich ein Diabetesmedikament, das bei übergewichtigen Patienten direkt nach der akuten COVID-19-Infektion off-label zur Risikoreduzierung von Long Covid eingesetzt wird.
- Vitamin C (hochdosiert): Unterstützt die Genesung und verringert Müdigkeit, wobei genaue Dosierung und Indikationen variieren [Quelle 1][Quelle 3][Quelle 4].
Diese Off-Label-Anwendung, bei der Medikamente für andere Krankheiten bei Long Covid genutzt werden, zeigt den dringenden Bedarf an wirksamen Therapien, bestätigt G-BA-Vorsitzender Josef Hecken [Quelle 1]. Die Empfehlung wartet noch auf die endgültige Zustimmung des Bundesgesundheitsministeriums, die Experten als wahrscheinlich ansehen [Quelle 4].
Folgen für Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer in Deutschland
Ausländer und Expats mit gesetzlicher Krankenversicherung in Deutschland erhalten nun besseren Zugang zu wichtigen Long Covid-Medikamenten ohne hohe Eigenkosten. Früher mussten viele die Medikamente selbst bezahlen, was oft eine finanzielle Hürde war. Patienten mit Long Covid sollten jetzt ihre Ärztinnen und Ärzte auf die Medikamente ansprechen und prüfen, ob die Kasse die Kosten übernimmt.
Für Expats ist es wichtig, bei einer gesetzlichen Krankenkasse angemeldet zu sein, da die Leistung im gesetzlichen System gilt. Wer privat versichert ist, sollte bei seiner Versicherung klären, ob Off-Label-Medikamente für Long Covid bezahlt werden. Besonders Risikogruppen wie Übergewichtige können frühzeitig Metformin erhalten.
Für internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer verringert diese Regelung die Unsicherheit bei Behandlungskosten und sorgt für Klarheit bei der Versorgung mit Langzeitfolgen nach COVID. Es ist ratsam, medizinische Unterlagen gut zu organisieren und frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen, wenn Long Covid Symptome auftreten, um von der Kostenübernahme zu profitieren und langfristige Schäden zu reduzieren [Quelle 1][Quelle 7][Quelle 8].
Weitere Informationen bietet der Originalbericht der Tagesschau: Long Covid: Krankenkassen übernehmen bald einzelne Medikamente [Quelle 1].