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Abnehmende Wohnungsgrößen in Deutschland deuten auf Marktumbrüche im Wohnungssektor hin
Die durchschnittliche Größe von Wohnungen in Deutschland wird in naher Zukunft rückläufig sein, was einen Bruch mit der jahrelangen Wachstumsdynamik markiert. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, dass die typische Wohnfläche zwischen 1965 und 2024 von 69 auf 94 Quadratmeter anstieg – eine Steigerung um mehr als ein Drittel. Gleichwohl ist dieser Expansionsprozess ins Stocken geraten, und bis 2050 dürfte die durchschnittliche Wohnfläche auf etwa 88,5 Quadratmeter sinken, was einem Rückgang um circa sechs Quadratmeter gegenüber dem Ist-Stand entspricht [Quelle 1].
Der Hauptfaktor hinter dieser Reduktion ist der demografische Wandel, insbesondere die Zunahme von Einpersonenhaushalten, deren Anzahl seit den 1960er Jahren eine Verdopplung erfahren hat und gegenwärtig bundesweit 41 Prozent beträgt. In Metropolen wie Berlin und München liegt der Anteil fast bei 50 Prozent. Zudem hat der anhaltende Anstieg der Immobilienpreise seit 2010 maßgeblich zur Präferenz für kleinere Wohnflächen beigetragen [Quelle 1][Quelle 4][Quelle 6].
Auswirkungen kleinerer Wohnungen auf Expats und internationale Bewohner in Deutschland
Für Expats, internationale Studierende sowie ausländische Arbeitnehmer bringt dieser Trend handfeste Konsequenzen mit sich. Die Zunahme kleiner Haushalte und die schrumpfende durchschnittliche Wohnfläche erschweren die Suche nach geräumigeren Mietobjekten und führen oft zu einem höheren Preis pro Quadratmeter. Andererseits könnten kleinere, energieeffiziente und zweckmäßig gestaltete Wohnungen vermehrt auf den Markt kommen, was mit den staatlichen Zielsetzungen zur Reduktion des Energieverbrauchs im Wohnsektor korrespondiert [Quelle 1][Quelle 3].
Personen, die eine Miet- oder Kaufimmobilie in Deutschland anstreben, sollten sich auf eine gesteigerte Nachfrage nach kompakten Wohnungen einstellen, insbesondere in urbanen Zentren, wo Einpersonenhaushalte dominieren. Dies kann den Wettbewerb verschärfen und eine schnellere Entscheidungsfindung bei der Wohnungssuche erforderlich machen. Expats wird geraten, bevorzugt Wohnungen mit durchdachten Grundrissen zu wählen, die eine effiziente Raumnutzung ermöglichen und energetische Standards erfüllen, um Energiekosten langfristig zu minimieren [Quelle 1][Quelle 3].
Die DIW-Studie empfiehlt zudem den Umbau bestehender größerer Wohnungen in kleinere Einheiten, um den zukünftigen Bedarf abzudecken, was sowohl für Mieter als auch Investoren Chancen eröffnen kann. Trotz des Wandels dominieren derzeit noch klassische größere Wohnungen den Bestand; eine vollständige Markttransformation hin zu kleineren Wohnungen wird daher Jahrzehnte in Anspruch nehmen [Quelle 3][Quelle 5].
Um stets auf dem Laufenden zu bleiben, sollten Expats die Entwicklung und Anpassungen von Wohnregulierungen und Bauplanungen verfolgen, die auf diese demografischen und wirtschaftlichen Veränderungen reagieren. Auch die Fristen und Modalitäten für Wohngeld und andere Unterstützungsprogramme könnten an Bedeutung gewinnen in Anbetracht der dynamischen Marktlage.
Für weiterführende Informationen steht der Originalartikel auf tagesschau.de zur Verfügung [Quelle 1].





