Anstieg von Klagen durch Flugpassagiere in Deutschland
Im Jahr 2025 verzeichneten deutsche Gerichte über 121.000 Klagen von Flugpassagieren, die Entschädigungen für Flugverspätungen oder -ausfälle fordern. Obwohl diese Zahl rund 10.000 unter dem Vorjahreswert liegt, entspricht sie einem Zuwachs von 44 Prozent gegenüber vor fünf Jahren. In zahlreichen Gerichtsbezirken bilden diese Verfahren mehr als die Hälfte aller zivilrechtlichen Streitigkeiten, insbesondere am Gerichtsstand des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) mit 19.239 Klageeingängen, was einem Anstieg von etwa 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die Großstadtgerichte in Köln und Frankfurt am Main müssen große Fallzahlen bewältigen, mit 22.491 beziehungsweise 19.374 Verfahren [Quelle 1].
Folgen für die Justiz und potenzielle Lösungsansätze
Der deutliche Anstieg der Fluggastklagen belastet das deutsche Justizsystem nachhaltig und stellt eine erhebliche Herausforderung für die Gerichte dar. Die Richtervereinigung Deutschlands weist auf die Schwierigkeit hin, diesen hohen Anteil an Zivilsachen zu bewältigen. Die derzeitige Infrastruktur der Gerichte verfügt nicht über leistungsfähige Softwaresysteme, die eine schnelle Prüfung und Vergleich von Klagen mit bestehenden Urteilen sowie Vorschläge für rechtskonforme Entscheidungen ermöglichen. Fachleute empfehlen den Einsatz künstlicher Intelligenz, um die Fallbearbeitung zu automatisieren und den Richtern Raum für die Prüfung komplexer Streitfälle zu verschaffen [Quelle 1].
Auswirkungen für Expatriates und internationale Reisende in Deutschland
Für Expatriates, ausländische Fachkräfte und internationale Studierende in Deutschland signalisiert der Anstieg der Entschädigungsforderungen eine gestiegene Sensibilisierung und konsequentere Durchsetzung von Passagierrechten gemäß EU-Vorschriften. Betroffene können rechtliche Schritte einleiten, häufig entweder am Sitz der Fluggesellschaft oder am Abflughafen. Aufgrund der derzeitigen Überlastung der Gerichte können sich die Verfahrenszeiten jedoch verlängern. Expatriates sollten ihre Entschädigungsansprüche kennen und im Bedarfsfall juristischen Beistand hinzuziehen. Zudem könnten KI-gestützte Rechtstechnologien künftig eine schnellere Bearbeitung von Ansprüchen ermöglichen. Die Einhaltung von Fristen zur Einreichung von Klagen, in der Regel innerhalb weniger Jahre gemäß EU-Recht, ist essenziell zum Schutz der Rechte [Quelle 1][Quelle 2].
Originalberichte und weiterführende Informationen finden sich unter Tagesschau [Quelle 1].