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Geringe Akzeptanz elektronischer Patientenakten bei deutschen Patienten
Seit der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) im vergangenen Jahr ist die aktive Nutzung durch Patienten in Deutschland begrenzt geblieben. Trotz ihres Potenzials, medizinische Daten zentral zu bündeln und die Versorgung effizienter zu gestalten, kritisieren Experten zahlreiche Mängel in der Implementierung. Diese führen zu einer niedrigen Beteiligung der Versicherten. Technische Hürden wie ein komplexer Registrierungsprozess gelten als wesentliche Hemmnisse, die sowohl digital versierte als auch weniger technikaffine Patienten von der Nutzung abhalten [Quelle 1][Quelle 2].
Herausforderungen bei der ePA-Nutzung und der Patientenerfahrung
Nutzer und Verbraucherverbände berichten von diversen Schwierigkeiten im Umgang mit dem ePA-System. Insbesondere komplizierte Aktivierungsverfahren und mangelnde Informationsangebote erschweren die Einführung. Darüber hinaus fehlt vielen Nutzern die Wahrnehmung essenzieller Funktionen, die eine eigenständige Gesundheitsdatenverwaltung ermöglichen würden. Folglich haben laut diversen Umfragen zwischen 71 und 75 Prozent ihre elektronische Patientenakte nicht aktiv verwendet [Quelle 3][Quelle 4][Quelle 5][Quelle 6][Quelle 7].
Weitere Bedenken betreffen Patienten ohne Zugang zu digitalen Endgeräten. Zwar kann die ePA passiv ohne Smartphone, Tablet oder PC genutzt werden, jedoch ist eine Einsicht oder Bearbeitung der Daten durch die Betroffenen selbst nicht möglich. Einsprüche gegen die Datenverarbeitung müssen über den Ombudsmann der Krankenkasse eingereicht werden. Wichtig ist, dass die Krankenkassen keinen Zugriff auf die ePA-Inhalte haben und die Versicherten Rechte besitzen, die Datenverwendung für Forschungszwecke einzuschränken [Quelle 8].
Auswirkungen für Expats und internationale Bewohner
Die Einführung und die mit der Nutzung verbundenen Herausforderungen der elektronischen Patientenakte sind insbesondere für Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer in Deutschland wesentlich. Der digitale Zugriff auf medizinische Akten kann die Gesundheitsversorgung erleichtern, vor allem bei bestehenden Sprachbarrieren oder häufigen Ortswechseln, die den Umgang mit Papierakten erschweren. Allerdings verzögern die bestehenden Registrierungsprobleme, sprachlichen Beschränkungen und die begrenzte Funktionalität der ePA die umfassende Nutzung unter ausländischen Bewohnern.
Expats sollten beachten, dass ohne aktive Registrierung oder Nutzung der ePA die von Ärzten hochgeladenen Daten zwar vorhanden bleiben, jedoch von ihnen nicht eingesehen oder verwaltet werden können. Personen mit fehlenden Deutschkenntnissen oder ohne digitale Zugangsgeräte sind auf Unterstützung durch medizinisches Personal oder Angehörige angewiesen. Bei datenschutzrechtlichen Bedenken steht der Widerspruch via Ombudsmann der Krankenkasse offen [Quelle 8].
Angesichts der Defizite bei Akzeptanz und Bedienbarkeit sollten internationale Bewohner die laufenden Verbesserungen kritisch verfolgen und eine frühzeitige Registrierung in Erwägung ziehen, sobald ein vereinfachter Prozess etabliert ist. Zudem bleibt es essenziell, persönliche medizinische Unterlagen eigenständig zu archivieren, um eine lückenlose Versorgung sicherzustellen.
Weitere detaillierte Informationen finden Interessierte im Originalbeitrag unter tagesschau.de [Quelle 1].