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Was steht in einem deutschen Mietvertrag?
Ein deutscher Mietvertrag heißt Mietvertrag. Er ist ein Vertrag zwischen Ihnen (dem Mieter) und dem Vermieter. Er sagt, wie viel Miete Sie zahlen. Er sagt auch, wie lange die Kündigungsfrist ist. Wer bezahlt Reparaturen? Was dürfen Sie in der Wohnung machen? Die meisten Mietverträge folgen dem Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Lesen Sie den Vertrag gut, bevor Sie unterschreiben. Ein Mietvertrag hat meist zwei bis fünf Seiten. Manche Vermieter geben längere Verträge mit mehr Regeln.
Vor dem Unterschreiben prüfen Sie: Steht die richtige Adresse und Etage im Vertrag? Ist die Miete richtig? Steht das richtige Anfangsdatum? Wenn etwas fehlt oder falsch ist, fragen Sie nach einem neuen Vertrag. Nach dem Unterschreiben gilt alles, auch wenn Sie es nicht gelesen haben. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie den Mieterverein oder einen Anwalt.
Kaltmiete und Warmmiete: zwei wichtige Zahlen
Im Mietvertrag gibt es zwei wichtige Zahlen: Kaltmiete und Warmmiete. Die Kaltmiete ist die Grundmiete für die Wohnung. Sie enthält keine Heizkosten oder Wasser. Die Warmmiete ist die Kaltmiete plus die Nebenkosten. Wenn Sie eine Wohnung sehen, ist meist die Warmmiete der Preis.
Zum Beispiel: Eine Wohnung kostet 1.200 EUR im Monat. Davon sind 900 EUR Kaltmiete und 300 EUR Nebenkosten. Die Kaltmiete ist wichtig für spätere Mieterhöhungen. Fragen Sie immer nach der Aufteilung, bevor Sie unterschreiben. Wenn der Vermieter nur eine Zahl sagt, bitten Sie um eine schriftliche Auflistung.
Was sind Nebenkosten und welche sind im Vertrag?
Nebenkosten sind Kosten für Heizung, Wasser und andere Dinge. Das Gesetz (§ 556 BGB) sagt, welche Kosten der Vermieter weitergeben darf. Das sind oft Heizung, warmes Wasser, kaltes Wasser, Abwasser, Grundsteuer, Versicherung, Hausmeister, Müllabfuhr, Licht im Treppenhaus, Aufzug und Gartenpflege.
Manche Kosten darf der Vermieter nicht weitergeben. Zum Beispiel Verwaltungskosten, Reparaturen am Haus oder Kosten durch Nachlässigkeit. Im Mietvertrag steht, welche Nebenkosten drin sind. Wenn nur “inklusive Nebenkosten” steht, fragen Sie nach einer Liste. Sie dürfen jedes Jahr die Nebenkostenabrechnung sehen.
Können Sie die Miete in Deutschland verhandeln?
Ja, Sie können über die Miete sprechen. Es kommt auf den Ort an. In Städten wie München, Frankfurt und Berlin ist die Nachfrage hoch. Dort senken Vermieter selten die Kaltmiete. In kleineren Städten oder auf dem Land geht das eher. Sie können über die Kaltmiete, die Kaution, den Anfangstermin und Reparaturen sprechen.
Manche Verträge haben eine Staffelmiete oder Indexmiete. Dann ändert sich die Miete automatisch. In Mietpreisbremsen darf die Kaltmiete nicht mehr als 10 % über der Vergleichsmiete liegen. Prüfen Sie, ob das in Ihrer Stadt gilt.
Staffelmiete und Indexmiete: Wie ändert sich die Miete?
Staffelmiete heißt: Die Miete steigt zu festen Zeiten. Zum Beispiel 900 EUR für zwei Jahre, dann 950 EUR für drei Jahre, dann 1.000 EUR. Das steht im Vertrag genau. Vage Formulierungen sind nicht gültig.
Indexmiete ist an den Verbraucherpreisindex gebunden. Die Miete steigt mit der Inflation. Das ist seltener, aber erlaubt. Fragen Sie den Vermieter nach einem Beispiel, wie die Miete steigen kann.
Wie lange läuft ein Mietvertrag? Regeln für befristete Verträge
Die meisten Mietverträge sind unbefristet. Das heißt, sie laufen, bis jemand kündigt. Befristete Verträge sind nur erlaubt mit Grund. Zum Beispiel, wenn der Vermieter die Wohnung später selbst braucht oder renoviert. Wenn kein Grund im Vertrag steht, gilt der Vertrag als unbefristet.
Ein befristeter Vertrag ohne Grund gilt meist nur wenige Monate. Der Mieter kann ihn anfechten. Wenn Sie einen befristeten Vertrag unterschreiben, achten Sie auf den Grund. Sonst müssen Sie vielleicht ausziehen oder hohe Miete zahlen.
Kündigungsrechte und Kündigungsfristen
Die Kündigungsfrist für Mieter ist meist drei Monate, wenn im Vertrag nichts anderes steht. Das Gesetz begrenzt die Frist: Bei Verträgen unter fünf Jahren sind es maximal drei Monate. Bei fünf bis acht Jahren bis zu sechs Monate. Ab acht Jahren bis zu neun Monate. Längere Fristen müssen im Vertrag stehen.
Vermieter dürfen nur aus bestimmten Gründen kündigen: Eigenbedarf, Vertragsbruch oder große Härte. Sie müssen ein offizielles Kündigungsformular nutzen. Die Frist ist meist drei bis neun Monate. Wenn Sie eine Kündigung bekommen, haben Sie drei Wochen Zeit, schriftlich Widerspruch zu machen, wenn Sie die Kündigung unfair finden.
Sind Haustiere im Mietvertrag erlaubt?
Kleine Haustiere wie Hamster, Fische oder Vögel dürfen nicht verboten werden. Das sagt das Gesetz. Hunde und Katzen sind größere Tiere. Der Vermieter kann sie verbieten. Viele Mietverträge sagen: “Haltung von Hunden und Katzen ist nicht gestattet”.
Wenn Sie einen Hund oder eine Katze haben, sprechen Sie vor dem Unterschreiben mit dem Vermieter. Manche erlauben Haustiere gegen Kaution oder kleine Extra-Miete. Wenn im Vertrag nichts steht, dürfen Sie kleine Tiere halten, aber nicht immer Hunde oder Katzen. Für Assistenztiere brauchen Sie eine schriftliche Erlaubnis.
Darf der Vermieter ohne Erlaubnis in die Wohnung?
Nein. Der Vermieter darf nicht ohne Ihre Erlaubnis in die Wohnung. Die Wohnung ist Ihr Raum. Sie haben das Hausrecht. Der Vermieter darf nur in Notfällen, bei Reparaturen oder um die Wohnung zu zeigen, rein. Er muss vorher Bescheid sagen, meist 24 bis 48 Stunden.
Wenn der Vermieter ohne Erlaubnis kommt, können Sie ihn abweisen. Bei Problemen schreiben Sie dem Vermieter einen Brief. Wenn es weitergeht, fragen Sie den Mieterverein um Hilfe.
Wer macht Reparaturen?
Der Vermieter repariert das Haus: Dach, Wände, Fenster, Heizung, Wasser und Strom. Sie als Mieter machen kleine Sachen: Glühbirnen wechseln, Abfluss reinigen, Fenster putzen und Gartenpflege, wenn im Vertrag.
Das nennt man Mieterpflichten. Kleine Reparaturen bis etwa 100 bis 150 EUR zahlen Sie selbst. Wenn etwas Großes kaputt ist, sagen Sie dem Vermieter sofort. Wenn er nicht repariert, können Sie die Miete mindern. Zahlen Sie aber nie ohne Belege weniger Miete.
Was passiert, wenn Sie Regeln brechen?
Wenn Sie den Vertrag brechen, gibt es Warnungen (Abmahnung), Kündigung ohne Frist oder Schadensersatz. Häufige Fehler sind: Miete zu spät zahlen, ohne Erlaubnis untervermieten, Wohnung kaputt machen oder gewerblich nutzen.
Bei Mietrückstand kann der Vermieter kündigen, wenn Sie zwei Monate nicht zahlen. Er muss erst warnen und Ihnen Zeit geben. Wenn Sie eine Abmahnung bekommen, reagieren Sie schriftlich. Ignorieren macht alles schlimmer und kann zur Räumung führen.
Regionale Unterschiede in Deutschland
Die Mieten sind in Deutschland sehr unterschiedlich. München, Stuttgart und Frankfurt sind teuer. Dort kostet die Kaltmiete oft mehr als 18 EUR pro Quadratmeter. Leipzig, Dresden und das Ruhrgebiet sind günstiger, oft unter 8 EUR pro Quadratmeter. Die Mietpreisbremse gilt in 11 von 16 Bundesländern, aber unterschiedlich. Berlin hatte eine strenge Mietpreisbremse, die 2021 aufgehoben wurde. Prüfen Sie die Regeln in Ihrer Stadt.
Manche Städte brauchen eine Wohnungsgeberbestätigung vom Vermieter für die Anmeldung. Ohne die dürfen Sie sich nicht beim Bürgeramt anmelden. Die Anmeldung muss innerhalb von 14 Tagen nach Einzug passieren. Fragen Sie den Vermieter nach dem Formular, wenn Sie die Schlüssel bekommen.
FAQ: Häufige Fragen zu deutschen Mietverträgen
Was ist der Unterschied zwischen Kaltmiete und Warmmiete?
Kaltmiete ist die Grundmiete für die Wohnung. Warmmiete ist Kaltmiete plus Nebenkosten (Heizung, Wasser, Betriebskosten). Warmmiete zahlen Sie jeden Monat. Kaltmiete ist wichtig für Mieterhöhungen und Vergleiche.
Wie hoch ist die Kaution?
Die Kaution ist maximal drei Monatskaltmieten. Der Vermieter muss sie getrennt anlegen und Zinsen zahlen. Sie bekommen Kaution plus Zinsen zurück, wenn Sie ausziehen, abzüglich Kosten für Schäden oder offene Miete.
Darf ich untervermieten?
Nur wenn der Mietvertrag es erlaubt oder der Vermieter schriftlich zustimmt. Wenn nichts steht, fragen Sie besser. Der Vermieter darf nur aus wichtigen Gründen ablehnen, z. B. Überbelegung oder finanziellem Schaden.
Was muss ich vor dem Auszug tun?
Schriftlich kündigen, die Wohnung mit dem Vermieter abnehmen (Übergabeprotokoll) und Fotos machen. Alle Schlüssel zurückgeben. Die Kaution schriftlich zurückfordern, spätestens sechs Monate nach Auszug.
Ist ein mündlicher Mietvertrag gültig?
Ja, aber riskant. Ohne Vertrag können Sie nichts beweisen. Bestehen Sie immer auf einen schriftlichen Mietvertrag, bevor Sie Geld zahlen oder einziehen.
Regeln und Gebühren ändern sich. Fragen Sie das Amt vor Ihrem Handeln. Dieser Text gilt Anfang 2025. Für aktuelle Infos fragen Sie den Mieterverein oder das Bundesjustizministerium.