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Wachsende Armutsgefahr trotz Beschäftigung in Deutschland
Rund jeder sechste Mensch in Deutschland ist armutsgefährdet. Die steigende Inflation verschärft die finanzielle Lage vieler Familien, besonders wegen höheren Energie- und Lebenshaltungskosten. Besonders betroffen sind Arbeitende, die trotz ihres Jobs finanziell kämpfen. Etwa neun Prozent der Beschäftigten verdienen weniger als 1250 Euro im Monat und gelten deshalb als armutsgefährdet [Quelle 1].
Viele Betroffene haben mehrere Jobs oder arbeiten Teilzeit, zum Beispiel als Bürohilfe oder im Service. Trotzdem reicht ihr Einkommen häufig nicht für den Alltag. Auch ältere Menschen, wie Rentner, die weiter arbeiten, sind betroffen. Ein Beispiel ist ein 77-Jähriger mit 550 Euro Rente, der aus finanziellen Gründen weiter arbeitet [Quelle 2].
Gründe für Armut bei Erwerbstätigen
Die sogenannten „working poor“ betreffen besonders Alleinerziehende, Solo-Selbstständige und Teilzeitkräfte. Ein Beispiel ist eine alleinerziehende Mutter, die zwei Jobs hat und wegen fehlender Kitaplätze öfter Probleme mit der Kinderbetreuung hat. Viele dieser Beschäftigten haben zudem starre Arbeitszeiten, die nicht zur Familie passen [Quelle 1].
Die Löhne steigen oft langsamer als die Lebenshaltungskosten, vor allem in Jobs mit geringer Qualifikation. Rund 30 Prozent der armen Arbeitenden haben eine solche Tätigkeit. Immer mehr ältere Menschen und Rentner arbeiten nebenbei in Teilzeit, um ihr Einkommen aufzubessern [Quelle 3]. Wegen der hohen Kosten verzichten manche im Winter sogar auf ausreichend Heizen [Quelle 1].
Folgen für Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeiter
Für Ausländer und Expats in Deutschland ist es wichtig, die Risiken von Armut trotz Arbeit zu kennen. Wer in Niedriglohn- oder Teilzeitjobs arbeitet, kann durch die aktuelle Inflation schnell finanziell unter Druck geraten. Internationale Studierende, die arbeiten, sollten planen, da das Einkommen oft nicht alle Kosten deckt.
Mangelnde und teure Kinderbetreuung sowie die Notwendigkeit mehrerer Jobs erschweren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei ausländischen Familien. Die steigenden Energiekosten erfordern oft ein sparsames Verhalten. Es ist wichtig, über Rechte zu Mindestlohn, Arbeitszeiten und Sozialleistungen Bescheid zu wissen. Beratungen durch soziale Einrichtungen oder Expats-Gruppen sind hilfreich.
Ausländer sollten sich über wirtschaftliche Entwicklungen informieren, um die finanzielle Stabilität zu sichern. Dazu gehören eine gute Krankenversicherung, das Verständnis von Miet- und Stromverträgen sowie das Beantragen von Sozialleistungen zur Vermeidung von Armut.
Weiterführende Informationen bietet der Bericht auf tagesschau.de [Quelle 1].