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Lange Wartezeiten für Facharzttermine verärgern gesetzlich Versicherte in Deutschland

Wachsende Unzufriedenheit bei gesetzlich Versicherten

Die Wartezeiten auf Facharzttermine im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland sorgen zunehmend für Frustration unter den Patienten. Einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des GKV-Spitzenverbands zufolge bewerten rund ein Drittel der etwa 3.500 Befragten die Wartezeiten als „zu lang“ oder gar „viel zu lang“. Etwa 25 Prozent der gesetzlich Versicherten warten über 30 Tage auf einen Facharzttermin, während jeder zehnte Patient eine Wartezeit von mehr als drei Monaten in Kauf nehmen muss. Demgegenüber geben 50 Prozent an, innerhalb von zehn Tagen einen Termin zu erhalten. Bei Hausärzten sind die Wartezeiten in der Regel kürzer: Die Hälfte der Patienten erhält einen Termin am selben Tag, ein Viertel muss länger als drei Tage warten. Diese Zahlen zeigen eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zur Lage vor fünf Jahren, denn 43 Prozent berichten von längeren Wartezeiten sowohl bei Fachärzten als auch Hausärzten.

Vorgeschlagene Maßnahmen zur Optimierung der Terminvergabe

Vor dem Hintergrund dieser alarmierenden Zahlen hat der GKV-Spitzenverband die Einführung eines offiziellen, digitalen Terminportals vorgeschlagen. Dieses Portal soll es den Praxen ermöglichen, einen festgelegten Anteil ihrer GKV-finanzierten Termine täglich aktuell zu veröffentlichen. Ziel dieser Maßnahme ist es, einen transparenten und gleichberechtigten Zugang für gesetzlich und privat Versicherte zu gewährleisten sowie bestehende Privilegien Privatversicherter zu eliminieren. Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands, unterstreicht, dass ein solches digitales System dringend notwendig sei, um Diskriminierung zu beseitigen und den Zugang zur medizinischen Versorgung für GKV-Patienten zu verbessern. Diese Initiative steht exemplarisch für den Bemühungen, die Terminvergabe in der ambulanten Versorgung fairer und zeitgemäßer zu gestalten und der steigenden Nachfrage nach kurzfristigen Arztterminen gerecht zu werden.

Auswirkungen auf Expats und internationale Bewohner in Deutschland

Für Expatriates, internationale Studierende und Arbeitsmigranten, die auf die gesetzliche Krankenversicherung angewiesen sind, verdeutlichen diese Entwicklungen die Herausforderungen beim Zugang zu Facharztterminen. Lange Wartezeiten können zu Verzögerungen bei lebenswichtigen Behandlungen und Diagnosen führen, was sich negativ auf Gesundheit und Alltag auswirkt. Die geplante Einführung eines zentralisierten Online-Terminportals könnte die Terminfindung erleichtern und für mehr Transparenz sorgen. Bis zur vollständigen Umsetzung müssen gesetzlich Versicherte jedoch mit längeren Wartezeiten im Vergleich zu Privatpatienten rechnen. Expats wird daher empfohlen, Termine frühzeitig zu vereinbaren, sich zeitnah bei Hausärzten anzumelden und vorhandene digitale Terminvergabesysteme zu nutzen. Gleichwohl ist es ratsam, die Entwicklungen des Portals genau zu verfolgen, um den Zugang zum Gesundheitssystem effizienter zu gestalten.

Weitere Informationen zur Umfrage und den vorgeschlagenen Reformen finden Sie im Originalbericht der Tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/krankenkasse-versicherte-facharzt-wartezeiten-100.html.

Sources

  1. tagesschau.de
  2. aerzteblatt.de
  3. zdfheute.de
  4. stern.de
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