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Einkommensteuer in Deutschland: Ein einfacher Leitfaden für Ausländer und Berufstätige

Wie funktioniert die Einkommensteuer in Deutschland?

In Deutschland steigt die Steuer, wenn man mehr Geld verdient. Der Chef zieht jeden Monat die Lohnsteuer vom Gehalt ab. Das Geld geht zum Finanzamt. Das ist eine Vorauszahlung. Am Ende des Jahres macht man eine Steuererklärung. Dann sieht man, ob man zu viel oder zu wenig bezahlt hat. Wenn zu viel, bekommt man Geld zurück. Wenn zu wenig, muss man nachzahlen.

Die Steuer gilt für Arbeit, selbstständige Arbeit, Miete und Geld aus Anlagen. Wer in Deutschland wohnt, zahlt Steuer für alle Einnahmen. Wer nicht hier wohnt, zahlt nur für Geld aus Deutschland. Wenn man mehr als sechs Monate im Jahr hier lebt, gilt man als Steuerresident.

Wie sind die Steuersätze und Stufen für 2024?

Die Steuer beginnt bei 14% und geht bis 45%. Die ersten 11.604 Euro sind steuerfrei. Für 2024 gilt das für Alleinstehende. Einkommen über 66.760 Euro wird höher besteuert, zwischen 24% und 42%. Ab 277.826 Euro zahlt man 45% Steuer.

Die Steuer steigt nicht gleichmäßig. Zwischen 11.605 und 17.005 Euro steigt sie von 14% auf 24%. Zwischen 17.006 und 66.760 Euro steigt sie von 24% auf 42%. Nur der Teil des Einkommens in einer Stufe wird mit dem jeweiligen Satz besteuert.

Jahreseinkommen (EUR) Steuersatz Stufe
0 – 11.604 0% Steuerfreibetrag
11.605 – 17.005 14% – 24% Progressionszone 1
17.006 – 66.760 24% – 42% Progressionszone 2
66.761 – 277.825 42% Proportionale Zone
277.826+ 45% Spitzensteuersatz (Reichensteuer)

Was sind Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer?

Der Solidaritätszuschlag ist 5,5% von der Steuer. Seit 2021 zahlen viele keine Solidaritätssteuer mehr. Wer unter 16.956 Euro Steuer zahlt, ist frei davon. Wer mehr als 277.825 Euro verdient, zahlt den vollen Zuschlag. Dazwischen sinkt der Zuschlag langsam.

Wenn man in einer Kirche ist, zahlt man Kirchensteuer. In Bayern und Baden-Württemberg sind es 8%, in anderen Bundesländern 9%. Man kann aus der Kirche austreten. Das macht man beim Standesamt. Das ist eine offizielle Erklärung, keine religiöse.

Wie viel Steuer zahle ich auf mein Gehalt?

Ein Single mit 60.000 Euro brutto zahlt etwa 25-28% Steuer. Nach Sozialversicherung und Steuer bleibt etwa 3.200 bis 3.400 Euro netto im Monat. Das hängt von der Krankenversicherung und Steuerklasse ab.

Verheiratete können ihre Einkommen zusammenrechnen. Sie zahlen oft weniger Steuer. Das nennt man Ehegattensplitting. Es hilft besonders, wenn ein Partner mehr verdient.

Welche Steuerklassen gibt es für Verheiratete?

Die Steuerklasse bestimmt, wie viel Lohnsteuer der Chef abzieht. Verheiratete wählen oft Steuerklasse III und V. Der Besserverdiener hat dann weniger Abzug. Steuerklasse IV mit Faktor teilt die Steuer genauer auf.

Alleinerziehende haben Steuerklasse II. Sie bekommen einen Entlastungsbetrag von 4.008 Euro. Unverheiratete mit Partner bleiben in Steuerklasse I.

Welche Steuerabzüge kann ich machen?

Man kann viele Kosten abziehen. Zum Beispiel Werbungskosten mit 1.230 Euro Pauschale. Auch Fortbildungskosten, Umzugskosten, Handwerkerleistungen und Spenden sind abziehbar.

Sonderausgaben sind zum Beispiel Krankenversicherung und Kirchensteuer. Außergewöhnliche Belastungen sind medizinische Kosten. Man muss Belege vier Jahre aufbewahren.

Wie mache ich meine Steuererklärung?

Man nutzt das Elster-Portal online. Man meldet sich mit Steuer-ID und E-Mail an. Es gibt auch Programme wie WISO Steuer oder Taxfix, die helfen.

Wichtige Formulare sind Anlage N für Arbeit, Anlage V für Miete, Anlage KAP für Kapital, Anlage Vorsorgeaufwand für Versicherungen und Anlage Außergewöhnliche Belastungen. Selbstständige brauchen Anlage G oder S.

Wann ist die Abgabefrist?

Man muss bis 31. Juli des Folgejahres abgeben. Für 2023 war die Frist 2. September 2024. Wer einen Steuerberater hat, hat bis 28. Februar 2025 Zeit.

Freiwillige Abgabe ist bis zu vier Jahre möglich. Viele Ausländer bekommen Geld zurück, oft über 1.000 Euro.

Wann muss ich eine Steuererklärung machen?

Man muss, wenn man selbstständig ist, Mieteinnahmen über 256 Euro hat, Arbeitslosengeld über 410 Euro bekommt oder mehrere Jobs hat. Verheiratete in Klasse III/V müssen ab 410 Euro des Partners abgeben.

Bei Abfindungen hilft die Fünftelregelung. Dann muss man auch abgeben.

Was passiert, wenn ich zu spät abgebe?

Man zahlt eine Strafe von 0,25% der Steuer pro Monat, mindestens 25 Euro. Maximal sind es 10% der Steuer oder 25.000 Euro. Ohne Steuerzahlung sind es maximal 10 Euro pro Monat.

Das Finanzamt kann das Einkommen schätzen. Das ist oft höher als richtig. Zinsen von 0,15% pro Monat kommen nach 15 Monaten. Das Finanzamt kann Geld vom Lohn oder Konto holen.

Wie bekomme ich meine Steuer-ID und melde mich beim Finanzamt an?

Die Steuer-ID bekommt man automatisch nach der Anmeldung. Sie kommt per Post und bleibt immer gleich. Man muss sie nicht extra beantragen. Wenn man sie verliert, kann man sie mit Formular IDENT neu anfordern.

Der Chef braucht die Steuer-ID, Geburtsdatum und Steuerklasse. Bei einem neuen Job gibt man diese sofort an. Der neue Chef holt die Daten vom BZSt.

Was sind Doppelbesteuerungsabkommen?

Deutschland hat Abkommen mit über 90 Ländern. So zahlt man nicht zweimal Steuer auf das gleiche Geld. Das Land, wo man arbeitet, besteuert zuerst. Das Wohnsitzland rechnet die Steuer an.

US-Bürger müssen immer in den USA Steuererklärung machen. Es gibt Regeln, die Doppelbesteuerung verhindern. Deutschland und USA haben ein Abkommen für Sozialversicherung.

Besondere Regeln für Freiberufler und Selbstständige

Freiberufler brauchen keine Gewerbeerlaubnis und zahlen keine Gewerbesteuer. Sie melden sich beim Finanzamt mit einem Fragebogen an.

Selbstständige müssen 19% Umsatzsteuer auf Rechnungen schreiben. Wenn der Umsatz unter 22.000 Euro ist, gilt die Kleinunternehmerregelung. Dann schreibt man keine Umsatzsteuer und macht keine Umsatzsteuererklärung.

Was gilt für Studenten und Teilzeitkräfte?

Studenten mit unter 520 Euro im Monat zahlen keine Steuer. Der Chef zahlt 30% Pauschale. Wer mehr verdient, braucht eine Steuer-ID und zahlt Steuer. Studenten können Steuer zurückbekommen.

Wer mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet, verliert oft die studentische Krankenversicherung. Das betrifft das Nettoeinkommen.

Häufige Fragen

Muss ich eine Steuererklärung machen, wenn ich voll arbeite?

Nicht immer. Singles mit einem Job und keinem Extra-Einkommen müssen nicht. Aber viele bekommen Geld zurück, wenn sie eine Erklärung machen. Man hat vier Jahre Zeit.

Wie finde ich mein Finanzamt?

Das Finanzamt hängt von der Adresse ab. Suche im Internet mit „Finanzamt“ und deiner Stadt. Man kann das Amt nicht wählen.

Kann ich Umzugskosten absetzen?

Ja, wenn der Umzug für die Arbeit ist. Kosten für Reise, Transport, Unterkunft, Visum und Sprachkurse kann man absetzen. Man braucht Belege.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettogehalt?

Bruttogehalt ist das Gehalt vor Abzug. Nettogehalt ist das Geld auf dem Konto nach Steuer und Sozialversicherung. Sozialversicherung ist etwa 20% vom Brutto.

Wie lange dauert eine Steuererstattung?

Nach Elster dauert es 4-8 Wochen. Papier dauert 8-16 Wochen. Wenn das Finanzamt mehr will, kann es länger dauern. Man kann den Status online oder telefonisch prüfen.

Regeln ändern sich. Prüfe beim Finanzamt vor dem Handeln. Dieser Leitfaden gilt für 2024.

📚 Key Vocabulary (Beginner (A1-A2))

die Steuer(noun (f.))
tax
das Geld(noun (n.))
money
der Chef(noun (m.))
boss
das Gehalt(noun (n.))
salary
die Steuererklärung(noun (f.))
tax return
die Wohnung(noun (f.))
apartment
die Kirche(noun (f.))
church
die Strafe(noun (f.))
penalty
die Arbeit(noun (f.))
work
der Umzug(noun (m.))
move
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