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Pflegereform verschiebt sich auf 2027
Das deutsche Bundeskabinett hat ein neues Pflegegesetz vorläufig verabschiedet, doch die große Reform des Pflegesystems wurde auf 2027 verschoben. Das sogenannte Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) gilt als Zwischenlösung, während umfassendere Änderungen wegen politischer Streitigkeiten in der Koalition auf später verschoben wurden [Quelle 1][Basisartikel].
Ursprünglich sollte das Gesetz im Kabinett gegen Ende September diskutiert werden, um dringende Finanzprobleme in der Pflegeversicherung zu lösen. Kritiker aus Behindertenverbänden und Pflegebranche warnen jedoch, dass das Gesetz eher Kosten spart als eine echte Reform darstellt. Es kürzt Leistungen und verlagert Lasten auf die Pflegebedürftigen, ohne die Unterstützung für Pflegekräfte oder Betroffene wirklich zu verbessern [Quelle 3].
Kernpunkte und Kritik am PNOG
Das PNOG ändert die Zuschüsse für Pflege, unter anderem durch Kürzungen bei finanziellen Entlastungen für niedrige Pflegegrade und verringerte Zahlungen in den ersten Monaten der Pflegebedürftigkeit. Es streicht auch einige Präventionsleistungen wie die volle Verhinderungspflege, ersetzt diese aber durch ein begrenztes Notfallbudget. Neue Funktionen, etwa die “Pflegebegleitung”, helfen den Betroffenen beim Zugang zu Leistungen, doch Kritiker meinen, dass diese Maßnahmen nicht zur Selbstbestimmung beitragen oder die wachsenden Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft ausreichend berücksichtigen [Quelle 3].
Professionelle Pflegeanbieter fordern mehr Klarheit und Flexibilität. Die aktuelle Reform löst allerdings weder die grundlegenden Finanzierungs- noch Personalprobleme des Systems, was Zweifel an der Nachhaltigkeit der Pflegeversorgung aufwirft [Quelle 1].
Auswirkungen auf ausländische Fachkräfte und Zuwanderung
Parallel zur Reform verzögern sich auch Regierungspläne zur Vereinfachung der Fachkräftezuwanderung, besonders für Pflegeberufe. Eine erwünschte “Work-and-Stay”-Agentur, die die Bearbeitung der Anerkennung ausländischer Pflegekräfte und Visa zentralisieren und digitalisieren soll, wird frühestens im November beschlossen. Aktuell bearbeiten viele Behörden und Stellen Teile des Prozesses, was die Rekrutierung erschwert [Quelle 2][Quelle 4].
Vertreter aus der Pflegebranche betonen, dass eine Behörde alleine nicht ausreicht ohne umfassendere digitale Reformen und Bürokratieabbau. Da der Zuwachs an Pflegekräften stark von ausländischen Fachkräften abhängt, wirken sich die Verzögerungen sowohl auf die Personalverfügbarkeit als auch auf die Integration von Expats aus [Quelle 2].
Praktische Folgen für Expats und ausländische Arbeitskräfte in Deutschland
Die verschobene Pflegereform und die langwierigen Einwanderungsprozesse haben direkte Folgen für Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer. Für Jobs im Gesundheits- und Pflegebereich kann sich die Visa- und Anerkennungsdauer verlängern, weshalb gute Planung und Geduld nötig sind. Expats, die auf deutsche Pflegeleistungen angewiesen sind, sollten beachten, dass Leistungskürzungen und schmalere Budgets den Umfang und die Kosten der Pflege beeinflussen können [Basisartikel][Quelle 3].
Ausländische Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten die geplanten Digitalisierungsmaßnahmen und künftigen Gesetzesänderungen beobachten, weil nach 2027 zentralisierte Verfahren und vereinfachte Abläufe möglich sind. Bis dahin fordern Pflegeanbieter schnellere Verbesserungen, um den Fachkräftemangel zu lindern und die Pflegequalität zu sichern [Quelle 2].
Im Ganzen wird Expats geraten, sich über die Entwicklungen beim Pflegegesetz zu informieren, professionelle Beratung zu Sozialversicherung und Versicherung zu suchen und mögliche Verzögerungen bei der Familienpflege oder Berufstätigkeit in Deutschland einzukalkulieren.
Für genauere Informationen siehe die deutsche Originalberichterstattung: Pflegegesetz im Kabinett: Die große Reform ist erstmal vertagt.

