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Long-Covid-Medikamente jetzt von gesetzlicher Krankenversicherung bezahlt
In Kürze werden die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland die Kosten für vier off-label verordnete Medikamente bei Long Covid übernehmen. Bisher mussten Betroffene die Medikamente selbst bezahlen. Diese Entscheidung traf der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Das ist ein wichtiger Schritt für Patienten mit länger anhaltenden Covid-19-Symptomen [Quelle 1][Quelle 3][Quelle 6].
Long Covid bedeutet, dass Beschwerden mindestens vier Wochen nach der Infektion mit dem Coronavirus bleiben oder neu auftreten. Häufig berichten Betroffene von Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und Schmerzen. In Deutschland sind etwa eine Million Menschen betroffen [Quelle 4].
Informationen zu den vier zugelassenen Medikamenten
Der G-BA hat vier Medikamente zur Kostenübernahme freigegeben, die eigentlich für andere Krankheiten zugelassen sind, aber Long-Covid-Patienten helfen können. Dazu gehören:
- Agomelatin – ein Antidepressivum, das gegen schwere Müdigkeit (postinfektiöses Fatigue-Syndrom oder ME/CFS) hilft.
- Metformin – wird bei Diabetes eingesetzt und kann Übergewichtigen helfen, Long Covid zu vermeiden.
- Ivabradin – wird bei posturalem orthostatischem Tachykardie-Syndrom (PoTS) eingesetzt, das mit Long Covid verbunden ist und die Herzfrequenz beeinflusst.
- Ein viertes Medikament wurde ebenfalls zugelassen, jedoch sind Details dazu nicht bekannt [Quelle 1][Quelle 3][Quelle 7][Quelle 8].
Diese Medikamente werden als “Off-Label Use” verschrieben. Das bedeutet, sie werden für andere Erkrankungen genutzt als ursprünglich genehmigt, wenn der Arzt einen therapeutischen Nutzen sieht [Quelle 7][Quelle 8]. Die endgültige Genehmigung des Gesundheitsministeriums steht noch aus [Quelle 3].
Folgen für Ausländer und internationale Bewohner in Deutschland
Diese neue Regel betrifft Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer, die gesetzlich versichert sind. Bisher mussten Betroffene die Kosten selbst tragen, was bei chronischen Beschwerden belastend ist. Mit der Kostenerstattung durch die Krankenkassen verringert sich die finanzielle Belastung, wenn der Arzt die Medikamente verschreibt [Quelle 1][Quelle 4].
Ausländische Bewohner sollten prüfen, ob sie gesetzlich versichert sind und sich bei ihren Ärzten über die Behandlungsmöglichkeiten informieren. Wer privat oder ausländisch versichert ist, muss klären, ob seine Versicherung solche Off-Label-Anwendungen abdeckt, da die Änderung nur für gesetzliche Versicherungen gilt.
Die neue Regel ändert nichts an den Rechten oder Pflichten bezüglich Covid-Impfungen oder Prävention. Sie stellt aber einen wichtigen Fortschritt für Long-Covid-Patienten dar. Betroffene sollten mit ihren Ärzten über die Therapien sprechen und prüfen, ob die neuen Versicherungsregeln greifen [Quelle 4][Quelle 7].
Hintergrund und weitere Schritte
Die Entscheidung basiert auf Expertenbewertungen durch eine Spezialkommission des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die den medizinischen Nutzen verschiedener Substanzen bei Long Covid geprüft hat. Nach diesen Empfehlungen hat der G-BA die Medikamente schnell in die Erstattungsliste aufgenommen. Pharmafirmen haben Haftungsvereinbarungen für Off-Label-Risiken abgeschlossen [Quelle 8].
Obwohl noch keine Medikamente offiziell für Long Covid zugelassen sind, gilt diese Off-Label-Erlaubnis als dringende Reaktion auf den großen Behandlungsbedarf. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken betonte die Bedeutung dieses Schrittes für bessere Patientenversorgung und Hoffnung [Quelle 4].
Weitere Informationen und Patientenhinweise sollen folgen, sobald das Gesundheitsministerium die rechtliche Genehmigung abschließt. Die Erstattung tritt dann bald in Kraft [Quelle 3].
Mehr Details finden Interessierte im Originalartikel auf Deutsch: Long Covid: Krankenkassen übernehmen bald einzelne Medikamente [Quelle 1].