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Minister schlägt Ersatz für Ehegattensplitting vor
Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil hat angekündigt, dass das Ehegattensplitting für neu verheiratete Paare abgeschafft wird. Es soll durch ein neues System namens „fiktives Realsplitting“ ersetzt werden. Dieses Modell will die Besteuerung von Paaren an moderne Ehe- und Familienformen anpassen. Das aktuelle System passt nicht mehr gut zur heutigen Gesellschaft und kann besonders Frauen davon abhalten, voll zu arbeiten.
Klingbeils Vorschlag behält einige Steuervorteile für Paare, reduziert diese aber deutlich im Vergleich zum bisherigen Ehegattensplitting. Die Reform zielt darauf ab, Steuervorteile zu beseitigen, die viele Frauen in Teilzeit beschäftigen. So soll es für beide Partner attraktiver sein, voll zu arbeiten. [Quelle 1][Quelle 2]
So funktioniert das fiktive Realsplitting
Das neue Modell erlaubt Partnern – egal ob verheiratet oder nicht – eine bestimmte Steuerfreigrenze so aufzuteilen, dass die Gesamtsteuerlast sinkt. Das Finanzministerium schlägt vor, den „Unterhaltshöchstbetrag“ als Maßstab zu nutzen. Dieser Betrag wird aktuell bei Unterhaltszahlungen nach Scheidung oder dauerhafter Trennung verwendet.
Paare mit sehr ungleichen Einkommen, zum Beispiel ein Partner mit 100.000 Euro und der andere ohne Einkommen, würden wenigere Steuervorteile haben. Deren Steuerersparnis sinkt um rund 4.100 Euro pro Jahr. Bei geringen Unterschieden im Einkommen (etwa 70.000 und 25.000 Euro) fällt der Verlust geringer aus, etwa 300 Euro jährlich. Für bereits verheiratete Paare bleibt die bisherige Besteuerung erhalten, eine rückwirkende Änderung gibt es nicht. [Quelle 4][Quelle 8]
Auswirkungen für Expats, Studierende und ausländische Arbeiter
Die Steuerreform betrifft auch Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer, die verheiratet sind oder bald heiraten möchten. Paare, bei denen ein Partner deutlich weniger verdient oder nicht arbeitet, könnten höhere Steuern zahlen müssen. Wer heiratet, sollte wissen, wann die Reform gilt, denn Ehepaare vor der Reform behalten das alte Ehegattensplitting.
Expats sollten offizielle Informationen zur genauen Einführung der Reform verfolgen. Eine Beratung durch Steuerexperten ist empfehlenswert, um finanzielle Folgen zu prüfen. Die Reform kann auch Einfluss auf Arbeitsmodelle nach der Geburt von Kindern haben, da sie Vollzeitarbeit beider Partner fördert. Steueranmeldungen und Lohnabzüge müssen angepasst werden, um Fehler zu vermeiden. [Quelle 2][Quelle 7]
Mehr Details gibt es in der Originalankündigung auf Tagesschau: Finanzminister Klingbeil will Ehegattensplittung ersetzen [Quelltext].