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Starker Anstieg der Bauaufträge im November
Die deutsche Bauindustrie verzeichnete im November 2025 einen deutlichen Zuwachs bei den Auftragseingängen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die realen Bauaufträge im Vergleich zum Oktober um 8,5 Prozent. Im Hochbau legten die Aufträge um 7,2 Prozent zu, während im Tiefbau sogar ein Anstieg von 10,1 Prozent zu verzeichnen war. Betrachtet man den Zeitraum von September bis November 2025, stiegen die Bauaufträge im Hochbau um 5,1 Prozent und im Tiefbau um 2,6 Prozent. Auch die Anzahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe wuchs im Jahresvergleich um 1,3 Prozent. Der Gesamtumsatz der Unternehmen mit 20 oder mehr Beschäftigten lag im November bei ungefähr 108 Milliarden Euro, was für eine gute Geschäftslage spricht. [Quelle 1][Quelle 3][Quelle 4]
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) berichtete, dass insbesondere der Wohnungsbau, der zum Hochbau gehört, im Jahresverlauf stabiler wurde. Im November stiegen die Neubauaufträge im Wohnungsbau um etwa 12 Prozent. Diese Erholung wird auf staatliche Anreize wie das EH55-Förderprogramm zurückgeführt und auf Forderungen nach politischen Anpassungen zur besseren Unterstützung von Neubauprojekten und Energiestandards. [Quelle 1][Quelle 4]
Baubranche als wichtiger Wachstumsfaktor 2026
Ökonomen sehen die starken Auftragseingänge als ein gutes Zeichen dafür, dass die Baubranche eine zentrale Rolle bei der wirtschaftlichen Erholung Deutschlands spielen kann. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bei der Hans-Böckler-Stiftung, betonte, dass die Bauwirtschaft zu einem „Wachstumsmotor“ werden könnte, der den Weg aus der Rezession unterstützt. Trotz einiger Schwankungen verbessert sich die Entwicklung, vor allem im Wohnungs- und Infrastruktur-Bau. Das IMK rechnet damit, dass die Bauinvestitionen 2026 um 2,5 Prozent steigen, während das Bruttoinlandsprodukt insgesamt nur um 1,2 Prozent wächst. [Quelle 1][Quelle 2][Quelle 5]
Weitere Wirtschaftsdaten aus Anfang 2026 deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Dynamik insgesamt zunimmt. Der Einkaufsmanagerindex für den privaten Bereich in Deutschland liegt über der Wachstumsschwelle, was durch staatliche Haushaltmaßnahmen in Verteidigung und Infrastruktur unterstützt wird. Diese Situation beflügelt die Erwartungen an die Baubranche als Treiber der wirtschaftlichen Expansion. [Quelle 8]
Auswirkungen für Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitskräfte in Deutschland
Für Expats, internationale Studierende und ausländische Beschäftigte in Deutschland könnte der Aufschwung im Bau mehrere Aspekte beeinflussen. Beschäftigte im Baugewerbe können von gesteigerten Jobchancen profitieren, da die Mitarbeiterzahl bereits um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. Die erhöhte Nachfrage nach Bauleistungen schafft Perspektiven nicht nur für Handwerker, sondern auch für Projektmanagement und technische Berufe.
Der Wachstum im Wohnungsbau könnte zudem den Druck auf den Wohnungsmarkt langsam verringern und dadurch Mietmärkte und Lebenshaltungskosten mittelfristig beeinflussen. Allerdings sollten Expats, die Immobilien kaufen oder mieten wollen, die lokalen Marktveränderungen genau beobachten, da sich Preise und Nachfrage regional unterschiedlich entwickeln und Förderprogramme wie EH55 eine Rolle spielen.
Zudem eröffnen sich für Unternehmen, die Bauprojekte oder infrastrukturelle Dienstleistungen betreuen, mehr Geschäftsmöglichkeiten. Ausländer und Firmen sollten sich über neue Regelungen und Förderprogramme informieren, um diese Chancen voll auszuschöpfen.
Detaillierte Informationen bietet der Originalbericht der Tagesschau. [Quelle 1]