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Große Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung geplant
Eine Expertenkommission überwacht das System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. Sie hat Vorschläge gemacht, die Einsparungen von bis zu 42 Milliarden Euro im kommenden Jahr ermöglichen könnten. Das ist deutlich mehr als die erwartete Finanzierungslücke von etwa 15 Milliarden Euro für 2027. Der Bericht enthält 66 konkrete Vorschläge, die steigende Ausgaben begrenzen und neue Beitragserhöhungen für Versicherte und Arbeitgeber verhindern sollen [Quelle 1].
Die Maßnahmen betreffen verschiedene Beteiligte. Dazu gehören Krankenhäuser und Arztpraxen, Versicherte und Hersteller von Medizinprodukten. Der größte Teil — bis zu 19 Milliarden Euro — könnte durch Kostensenkungen bei Leistungen von Ärzten und Kliniken kommen. Dies soll vor allem erreicht werden, indem ihre Vergütungen weniger stark steigen als die Einnahmen der Versicherung [Quelle 5].
Zentrale Sparmaßnahmen und Finanzierungsquellen
Die Kommission empfiehlt, die Zuzahlungen für rezeptpflichtige Medikamente zu erhöhen. Aktuell liegen sie zwischen 5 und 10 Euro, künftig könnten sie zwischen 7,50 und 15 Euro betragen. Außerdem sollen höhere Steuern auf Tabak und Alkohol die Gesundheitsförderung unterstützen und die Gesundheitskosten ausgleichen. Eine gestaffelte Zuckersteuer auf gesüßte Getränke ist ebenfalls vorgesehen. Dabei wird pro Liter eine Abgabe von 26 Cent für Getränke mit 5 bis unter 8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter und 32 Cent für solche mit 8 Gramm oder mehr erhoben [Quelle 4].
Darüber hinaus schlägt der Bericht vor, die Verantwortung für nicht versicherungsbezogene Leistungen, wie die Gesundheitskosten von Bürgergeldempfängern, vollständig auf den Bund zu übertragen. Das könnte der GKV rund 12 Milliarden Euro Entlastung bringen [Quelle 6]. Die Patientenzuzahlungen könnten ebenfalls steigen und bis zu 4,1 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen bringen [Quelle 5].
Folgen für Expats und internationale Bewohner in Deutschland
Dieser umfangreiche Sparplan betrifft auch Expats, internationale Studierende und ausländische Arbeitnehmer, die über die gesetzliche Krankenversicherung versichert sind. Versicherte der GKV sollten sich auf mögliche Erhöhungen der Medikamentenzuzahlungen und zusätzlicher Beiträge einstellen, die ihre Eigenkosten im Jahr 2025 und danach erhöhen könnten. Die geplante Zuckersteuer sowie die höheren Abgaben auf Tabak und Alkohol können auch die Alltagskosten für Verbraucher in Deutschland, einschließlich internationaler Bewohner, beeinflussen.
Für Expats ist es wichtig, diese Reformen zu verstehen, um ihre Gesundheitsausgaben und Versicherungsbeiträge gut zu planen. Internationale Arbeitnehmer und Studierende sollten offizielle Ankündigungen und politische Änderungen aufmerksam verfolgen, da die Empfehlungen der Kommission die Stabilisierung des Versicherungssystems anstreben, aber auch zu höheren direkten Kosten führen können. Es ist ratsam, sich bei den Versicherungen über individuelle Auswirkungen zu informieren.
Der umfassende Bericht der Expertenkommission ist auf Deutsch bei Tagesschau verfügbar [Quelle 1].